Neue Flüchtlingskoordinatorin Sigrid Lehmann leitet Asylbewerber bei Tätigkeiten an

Beschäftigung mit Sinn für Asylbewerber

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Sigrid Lehmann ist neue Flüchtlingskoordinatorin in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf und packt gemeinsam mit ihren Schützlingen an.

Bad Bevensen. Mit Schwung schnellt die Harke ins Wasser. Einmal kräftig gezogen, und eine Menge Algen kommen zum Vorschein.

Im Schlauchboot des Bauhofs der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf arbeiten sich ein sudanesischer und ein syrischer Flüchtling immer ein Stück weiter auf dem Teich des Bad Bevenser Kurparks vor. Am Ufer steht nicht nur ein Asylbewerber aus Pakistan und sichert das kleine Boot per Seil, sondern auch Sigrid Lehmann. Die gelernte Gärtnerin ruft den drei Flüchtlingen aus Bad Bevensen Anweisungen hinüber. Die Arbeitsatmosphäre ist freundlich und respektvoll.

Sigrid Lehmann ist die Koordinatorin für Flüchtlinge in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. Die Schaffung dieser Stelle wurde einhellig von allen politischen Parteien unterstützt. Lehmann verfügt bereits über Erfahrung mit der Anleitung von Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben sowie in Ablauf und Abwicklung von Fördermaßnahmen und -programmen.

„Den Asylbewerbern sollen Arbeitsgelegenheiten nach Paragraf 5 des Asylbewerberleistungsgesetzes angeboten werden“, informiert Samtgemeinde-Sprecher Jörn Nolting. Wichtig sei es zu beachten, dass nicht alle anfallenden Arbeiten verrichtet werden dürfen. „Die Asylbewerber dürfen nur Arbeiten verrichten, die nicht vom Bauhof oder einem gewerblichen Betrieb verrichtet werden und keine Arbeiten, bei denen es sich um Pflichtaufgaben handelt. Deshalb prüft die Koordinatorin im Vorfeld, ob die geplanten Arbeiten den gesetzlichen Richtlinien entsprechen und stellt eine Anfrage an den Landkreis Uelzen als zuständige Behörde“, so Nolting. „Grundsätzlich sind alle Arbeiten, die zusätzlich, wettbewerbsneutral und gemeinnützig sind, zulässig. Derzeit sucht die Koordinatorin parallel nach Fördermöglichkeiten und Programmen für die Samtgemeinde.“

Zu den zusätzlichen Pflegearbeiten, die sonst wohl nicht gemacht würden, gehört beispielsweise die Pflege der Teichanlagen im Kurpark. „Die Flüchtlinge, die freiwillig mitmachen, sind in erster Linie froh, den Menschen hier etwas zurückzugeben, eine sinnvolle Beschäftigung zu haben und die Möglichkeit, deutsch zu sprechen“, schildert Sigrid Lehmann. Auch die Resonanz der Kurpark-Besucher ist durchweg positiv, wenn die Koordinatorin ihnen erklärt, dass es freiwillige Helfer sind, die den Morast aus dem Wasser holen und nur eine kleine Mehraufwandsentschädigung erhalten.

Der Einsatz ist offensichtlich gefragt: „Sigrid Lehmann liegen bereits weitere Arbeitsanfragen aus den Mitgliedsgemeinden vor“, berichtet Jörn Nolting. Für Fragen, Anregungen, Kritik und Lob steht die Koordinatorin gern zur Verfügung.

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