Angriff eines Stafford Terriers in Jelmstorf / Veterinäramt bescheinigt „Gefährlichkeit“

„Wauzi“ zu Tode gebissen

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Verspielt und sehr freundlich – so beschreibt Halterin Annegret Fischer „Wauzi“. Der Pekinese wurde am Dienstag von einem Stafford Terrier getötet.

Jelmstorf. „Er hat ihn im Nacken gebissen und geschleudert wie eine Gummipuppe“, beschreibt Annegret Fischer die Situation, die sie selber kaum fassen kann.

Am Dienstagmorgen geht die Mutter ihres Lebensgefährten Jörg Weßel mit dem gemeinsamen Pekinesen-Rüden „Wauzi“ im Jelmstorfer Wohngebiet Klaepenheide Gassi, als der kleine Hund plötzlich von einem nicht angeleinten Stafford Terrier angegriffen wird. „Es gab überhaupt kein Vorspiel, keine Andeutungen von Aggressivität“, erklärt Fischer und ihr Partner Jörg Weßel schreibt der AZ: „Der Hund hat sich unbemerkt vom Grundstück des Halters entfernt und ist ohne vorherige Ankündigung beziehungsweise ohne Provokation meines Hundes auf diesen los gegangen. Erst durch lautes Schreien des Hundes und der Hundeausführerin, eilten Anwohner zu Hilfe, die leider zu spät kam. “ Weder „Wauzi“ noch Jörg Weßels Mutter, die selber noch mit der Verarbeitung des Erlebten zu kämpfen hat und sich nicht zu den Vorfällen äußern möchte, hätten den nahenden Angreifer bemerkt. „Sie hat noch versucht, ‘Wauzi’ an der Leine von dem anderen Hund wegzuziehen, aber das hat nicht geklappt. Außerdem hatte sie selber Angst, gebissen zu werden“, berichtet Annegret Fischer. Schwielen und Hautabschürfungen an den Händen der Hundeführerin würden von der Wucht des Angriffs zeugen. Innerhalb weniger Minuten sei der Pekinese, den Fischer und Weßel am 30. Dezember 2010 bei sich aufgenommen hatten, durch die Bisse des Stafford Terriers so stark verletzt gewesen, dass er noch vor Ort starb.

Gemeinsam mit Anwohnern, die durch die Schreie des verletzten Hundes auf den Vorfall aufmerksam geworden waren, wurde „Wauzi“ zum Tierarzt gebracht. Der konnte aber nur noch den Tod des Tiers feststellen. Durch die Wucht des Angriffs wurden dem Pekinesen mehrere Rippen gebrochen. „Er hatte innere Verletzungen und am Rücken hat er ihm quasi die Haut vom Fleisch gerissen“, berichtet Fischer.

Der Halter des anderen Hundes habe den Vorfall selber gemeldet und sich auch persönlich nach dem verletzten Tier und seiner Begleiterin erkundigt.

Das Veterinäramt des Landkreises bestätigte den Vorfall gestern. Der Polizeibericht und die Informationen des Ordnungsamtes der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf seien eingeholt worden. „Das Veterinäramt wird die Gefährlichkeit des Hundes amtlich feststellen“, erklärte Pressesprecher Martin Theine auf Nachfrage der AZ. Ein entsprechendes Schreiben soll spätestens heute verschickt werden. Die Konsequenzen für den Stafford Terrier, der laut Landkreis zum ersten Mal auffällig geworden war, und dessen Besitzer: Maulkorb- und Leinenzwang sowie ein Wesenstest. Theine: „Den Wesenstest hat der Halter zu bezahlen. Wenn der Test nicht bestanden wird, muss der Halter den Hund abgeben.“

Von Wiebke Brütt

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