Stadt Bad Bevensen hebt Resolution auf und fordert Raumordnungsverfahren

Alpha E mit vier Gleisen

Bad Bevensen. Einstimmig hat der Rat der Stadt Bad Bevensen am Donnerstagabend seine Resolution zu den Alternativen zur Y-Trasse – und damit auch zur Alpha-E-Variante – aufgehoben.

Letztere wurde, wie berichtet, in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen und bedeutet den Bau eines dritten Gleises zwischen Lüneburg und Uelzen, also auch in Bad Bevensen.

„Die Resolution entspricht nicht mehr dem politischen Willen“, erläuterte Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer. Denn die Stadtpolitik hatte sich nach Bekanntwerden der Entscheidung für Alpha E gegen diese Lösung ausgesprochen. Eine neue Resolution wurde in der Sitzung am Donnerstagabend nicht beschlossen.

Dafür aber stellte die Fraktion „Bürger für Bad Bevensen“ (BfB) einen Antrag: Die Stadt Bad Bevensen möge demnach das Land Niedersachsen auffordern, für das Schienen-Projekt Alpha E ein Raumordnungsverfahren (ROV) durchzuführen. Selbiges ist nämlich derzeit nicht vorgesehen. Ein ROV hat die Aufgabe, raumbedeutsame Einzelvorhaben von überörtlicher Bedeutung unter ökonomischen, ökologischen, kulturellen und auch sozialen Aspekten zu beleuchten sowie Alternativen zu prüfen.

Die BfB hält ein solches Verfahren umso mehr für geboten, als dass die Alpha-E-Trasse nicht nur, wie bislang stets transportiert, dreigleisig ausgebaut werden soll, sondern voraussichtlich gar viergleisig. BfB-Ratsherr Roland Zander zog als Beleg dafür eine Machbarkeitsstudie der Deutschen Bahn zu den Alternativen der Y-Trasse heran, die den viergleisigen Ausbau dokumentiere.

Und auch die Deutsche Bahn verkündet auf ihrer Internet-Seite zu dem Bauprojekt Hamburg/Bremen-Hannover: „Auf der Strecke Hamburg-Hannover soll der Abschnitt zwischen Ashausen und Uelzen viergleisig sowie der Abschnitt zwischen Uelzen und Celle dreigleisig ausgebaut werden.“

„Ohne ein Raumordnungsverfahren können Bedenken der Stadt Bad Bevensen, die zu Lasten der Menschen und der Natur in und um Bad Bevensen gehen könnten, nicht vorgetragen werden“, begründet die BfB-Vorsitzende Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka den Antrag. „Nur ein Raumordnungsverfahren eröffnet den Weg hierfür.“

Mit Alpha E, also dem Ausbau der Bahnstrecke Hamburg-Hannover soll, wie mehrfach berichtet, mehr Kapazität auf der Schiene geschaffen werden. So sollen die Gütertransporte vom Hamburger Hafen ins Hinterland geleitet werden.

Von Ines Bräutigam

---------------------------------------------------------------

Anmerkung der Redaktion: Der Beitrag wurde nachträglich dahingehend korrigiert, dass sich die genannte Machbarkeitsstudie nicht auf auf die Alpha-E-Variante bezieht.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare