Neuer Rat der Kurstadt steht fest / Ergebnisse in Stadt, Flecken und Samtgemeinde im Überblick

Alle sind zufrieden – außer der BfB

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Die Nachfolger des alten Stadtrats, der hier erstmals im neuen Kurhaus tagte, stehen fest – am 10. November wird er sich in seiner ersten Sitzung konstituieren.

Bad Bevensen. Sie haben lange gefeiert in der Nacht, und auch gestern Morgen hält die Freude noch an: Die Wählergemeinschaft Bad Bevensen (WBB) wird künftig mit sechs Sitzen im Bad Bevenser Stadtrat vertreten sein, statt bislang mit dreien.

„Wir freuen uns, dass uns offensichtlich unsere Stammwähler treu geblieben sind“, sagt Spitzenkandidatin Gabriele Meyer auf AZ-Nachfrage, „aber es wird auch deutlich, dass wir viele Grünen-Wähler gewinnen konnten. “ Wie berichtet, waren die Grünen wegen des Einreichens einer falschen Kandidatenliste von der Stadtratswahl ausgeschlossen worden.

Bislang hatten WBB und Grüne gemeinsam in einer Ratsgruppe sechs Sitze, jetzt macht die WBB sozusagen mit gleicher Kraft allein weiter. Allerdings soll weiterhin die grüne Handschrift im Stadtrat erkennbar sein: „Es muss jetzt besprochen werden, wie wir mit den Grünen weiter zusammenarbeiten“, so Meyer, denkbar sei beispielsweise die Berufung des Grünen Martin Feller als beratendes Mitglied in einige Gremien.

Und auch Feller freut sich über das Wahlergebnis der WBB: „Wir hatten eine klare Wahlempfehlung für die WBB ausgesprochen, die WBB ist zweitstärkste Kraft im Rat geworden – das freut uns sehr“, sagt er. Auch das sehr gute Ergebnis von Gabriele Meyer freue Feller sehr, der ihr, wie berichtet, schon während des Wahlkampfs seine Unterstützung zugesagt hatte. „Ich werde mich über die WBB weiter in der Stadtpolitik engagieren“, kündigt der grüne Noch-Bürgermeister an. Seine persönlichen Ergebnisse in den Samtgemeinde- und Kreistagswahlen hätten ihm gezeigt, „dass es viele gibt, die einen grünen Bürgermeister gern gesehen hätten“.

Sehr zufrieden sind auch die Christdemokraten: „Wir sind sehr erfreut und stolz, dass wir weiter die stärkste Fraktion sein werden – auch wenn wir einen Sitz verloren haben“, sagt Spitzenkandidatin Susanne Lühr-Peschke. Mit einigen neuen Gesichtern in der Fraktion werde man weiter arbeiten. Ebenso sieht man das bei der SPD: „Wir freuen uns, dass wir unsere sechs Sitze halten konnten“, sagt Fraktionschefin Ellen Laas, und vor allem erfreue das gute Ergebnis von Spitzenkandidat Hans-Peter Hellmanzik.

Ein wenig Katerstimmung herrscht unterdessen bei den „Bürger für Bad Bevensen“ (BfB): Obwohl sie fast doppelt so viele Stimmen wie noch 2011 geholt hatten, bleibt es bei ihren drei Sitzen im Stadtrat. „Wir sind natürlich etwas enttäuscht“, sagt Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka, „werden aber die Politik der maßvollen, klaren Mitte weiterführen.“

Bernd Peter wird fortan für die FDP im Stadtrat vertreten sein. „Wir sind sehr froh, dass wir in Bad Bevensen wieder dabei sind“, sagt er und will keinesfalls Einzelkämpfer bleiben: „Allein im Rat, das ist eine sehr schwierige Aufgabe. Deshalb muss man jetzt einfach mal sehen, wo es mit anderen Gemeinsamkeiten gibt.“ Die Themen, die bei der FDP auf der Agenda stehen, werde er gern mit anderen Parteien und Gruppierungen abgleichen und sei „auf alle Fälle ansprechbar“ für Kooperationen.

Von Ines Bräutigam

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