Bevenser Mediziner richten eigene Notfall-Sprechstunde am Sonnabend ein

Ärztenetz fängt Notdienst auf

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Bad Bevensen. Auch in Zukunft wird es einen eigenen hausärztlichen Notdienst in Bad Bevensen geben. Wie berichtet, wird zwar der Notdienst am Wochenende für den gesamten Landkreis ab 1. Januar 2012 von der zentralen Bereitschaftspraxis in Uelzen aus organisiert.

Doch Mediziner aus Bad Bevensen haben jetzt die Initiative ergriffen, um auch in Zukunft in der Kurstadt ein Notdienst-Angebot vorzuhalten: Die Praxen Dr. Assel/Noack, Matthias Kirsche sowie das Hausarzt-Zentrum am Krummen Arm haben hierfür das Ärztenetz gegründet.

„Dieses Netz soll einerseits den einen oder anderen hausärztlichen Mangel auffangen“, erklärt Wolf-Peter Weinert, Hauptorganisator und Arzt im Bevenser HausarztZentrum, „andererseits die eine oder andere hausärztliche Aufgabe rationalisieren.“ Die Notfall-Sprechstunde am Sonnabend in Bad Bevensen einzurichten, und zwar ab 1. Januar 2012, ist nun die erste Herausforderung, der sich das Ärztenetz stellt.

Die drei genannten Praxen werden also wechselweise sonnabends eine Sprechstunde für ihre Patienten anbieten. „Natürlich behandeln wir aber auch Patienten anderer Hausärzte“, versichert Weinert, dass niemandem die Tür gewiesen werde. Die Sonnabend-Sprechstunde, die mmer von 10 bis 11 Uhr wechselweise in den diensthabenden Praxen durchgeführt wird, ist ein freiwilliges Angebot der genannten Hausärzte. Und Weinert betont, dass sie als lokale Ergänzung zur hausärztlichen Notfall-Sprechstunde in Uelzen zu verstehen ist.

Wie berichtet, hatten die Bevenser Hausärzte die Zentralisierung des Bereitschaftsdienstes abgelehnt, weil sie damit eine deutliche Verschlechterung der Patientenversorgung im nördlichen Landkreis kommen sieht. Vor allem für einen Standort wie Bad Bevensen sei diese drohende Einschränkung nicht hinnehmbar, verlautete es auch schon aus der Stadtpolitik. „Für die Ärzte ist die neue Regelung der Bereitschaft sicher eine Entlastung“, lautete Wolf-Peter Weinerts Einschätzung, „doch für die Patienten bedeutet sie eine Verschlechterung. Die Zentralisierung ist nicht durchdacht.“

Und auch wenn der Bevenser Arzt seit Bekanntwerden der neuen Regelung von manchen Patienten besorgt angesprochen worden sei, wundere er sich „seit Jahren, warum die Patienten nicht auf die Straße gehen, sondern klaglos hinnehmen, dass Leistungen verschwinden“.

Von Ines Bräutigam

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