Ärger an der Brückenstraße

Gemütlich sieht anders aus: Die Straße vor der Kaffeemühle ist aufgerissen, Gäste müssen hinter dem Bauzaun auf dem schmalen Fußweg sitzen.

ib/wb Bad Bevensen. Dicke Luft an der Bevenser Brückenstraße: Hans Kramer, Betreiber des Cafés „Kaffeemühle“, sieht sich in seiner Existenz bedroht, weil über Pfingsten die große Baustelle für den Umbau der Bevenser Fußgängerzone direkt vor seiner Tür eingerichtet wird. Schon im März habe er darauf hingewiesen, dass man diese Bauphase verlegen und ihm das Geschäft an den Pfingstfeiertagen lassen möge. „Da war aber nichts zu machen“, bedauert er ergebnislose Gespräche mit Vetretern des Planungsbüros lad+ in Hannover und des städtischen Bauamtes.

Man habe ihm lediglich empfohlen, seine Tische einfach auf den schmalen Streifen entlang der Häuserfassade aufzustellen. Genau das hat Kramer gestern auch getan. Was den Gastronom wurmt: „Vier Betriebe an der unteren Brückenstraße sind jetzt durch mit der Baumaßnahme, nur ich bin hier der Gearschte“, wettert er. „Von März bis August bin ich der einzige Gastronom, der von den Bauarbeiten hier betroffen ist.“

Gestern Vormittag wurde mit den Bauarbeiten vor seinem Café begonnen. Dass ein späterer Beginn dieses Abschnitts nicht möglich war, kann Kramer nicht verstehen. „Die hätten hier ja ab Dienstag machen können, was sie wollen. Dann hätte ich wenigstens Pfingsten noch gehabt. Darauf verzichten zu müssen, ist für einen Betrieb ruinös.“ Obendrein fährt von Anbeginn ständig der Baustellenverkehr an seinem Betrieb vorbei, behauptet er, und entgegen vorheriger Versprechen, Baumaterial werde nicht in der Innenstadt gelagert, hatte sich Kramer doch mit Steinen zu arrangieren, die vor seinem Café abgeladen worden seien und ihm das Geschäft eines Wochenendes vermiest hätten. Dieses war nach Aussage von Silvia Titze vom Architekturbüro lad+ jedoch nur „ein Versehen“: „Einen Vormittag ist vor dem Café Material abgeladen worden, das passiert jetzt aber nicht mehr.“ Sie beschwichtigt: „Das Geschäft von Herrn Kramer wird nicht beeinträchtigt.“ Der Gastronom habe trotz der Bauarbeiten noch immer die Möglichkeit, den Gehweg für seine Tische und Stühle zu nutzen. „Dieser Kompromiss ist ihm auch mitgeteilt worden.“ Was das Pfingstgeschäft betrifft: Bis Freitag soll die Fläche vor der „Kaffeemühle“ wieder nutzbar sein. Titze: „Anstelle des rumpeligen Kleinpflasters wird vor dem Café eine verdichtete, ebene Schotterfläche entstehen.“

Bis Mitte Juni sollen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt in der Brückenstraße abgeschlossen werden.

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