Abschluss einer „guten Zeit“

Pastorin Hilma Keitel (links) erhielt zum Abschied in der Dreikönigskirche von Pastor Hermann-Georg Meyer und Edda Beneke aus dem Kirchenvorstand ein Abendmahlsgeschirr.

Bad Bevensen. „Zum Abschied gibt es ein Abendmahlsgeschirr“, sagte der Vorsitzende des Kirchenvorstands der Kirchengemeinde Bevensen, Hermann-Georg Meyer, und übergab Pastorin Hilma Keitel die hübsch verpackte, praktische Preziose. Gerührt verabschiedete sich Keitel bei der Kirchengemeinde, die zahlreich zu ihrer Abschlusspredigt am Volkstrauertag in der Dreikönigskirche in Bad Bevensen erschienen war. Von Angelika Jansen

„Es war eine gute Zeit in Ihrer Gemeinde“, sagte Keitel, „mit vielen guten Gesprächen.“ Von Helden handelte ihre Predigt, nach denen der früher als Heldengedenktag bezeichnete und heute als Volkstrauertag begangene Tag benannt wurde. Und von Menschen, die bis heute in Kriegen ihr Leben lassen, ohne als Helden geehrt zu werden. Aber auch allen anderen, die von Menschen getötet werden, solle am Volkstrauertag gedacht werden.

Wie immer findet Hilma Keitel die richtigen Worte: Ehrende Worte für die Toten und tröstende Worte für die Hinterbliebenen, mit denen sie auch Menschen in den Bann zieht, deren Weg nicht regelmäßig in die Kirche führt. Eine kluge Pastorin, die schon nach eineinhalb Jahren Bad Bevensen wieder verlassen muss. Das Konstrukt ihrer Pastorenstelle fußte auf losem Grund: Einen überwiegenden Teil ihrer Aufgaben verrichtete Keitel im Herz-Gefäßzentrum als Klinikseelsorgerin, doch für die anderen Aufgaben in der Gemeinde fehlte es an Budgets, ohne die diese Aufgaben nicht erfüllt werden konnten, heißt es in Kirchenkreisen. Erwachsenenbildung und Seminare lassen sich ohne Sachkosten-Budget nicht erledigen. Das soll in der Gemeinde nun anders werden.

„Zu spät für mich“, bedauerte Keitel, die sich vorausschauend schon vor geraumer Zeit nach einer reellen Stellenausschreibung umgesehen hatte. Ihre neuen Aufgaben findet die promovierte Theologin nun in Boisenburg bei Buxtehude, wo sie neben dem Dienst als Gemeindepastorin im Kirchenkreis konzeptionelle Projektarbeit übernehmen wird und weiterhin freiberuflich ihrem besonderen Engagement als Mediatorin nachgehen kann.

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