Land Niedersachsen legt Kostenschätzungen zu Straßenprojekten vor

B 4-Ausbau billiger als A 39

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Das Land Niedersachsen hat Details zu zukünftigen Straßenprojekten veröffentlicht. Demnach wäre ein Autobahnbau deutlich teurer als der 2+1-Ausbau der B 4.

Uelzen. Das Land Niedersachsen hat jetzt Details zu den Straßenbauprojekten, die für den neuen Bundesverkehrswegeplan (siehe Klartext) angemeldet wurden, veröffentlicht.

Die Informationen sind für die Einwohner gedacht, die sich an einer ersten Priorisierung der Projekte mit ihrer Meinung beteiligen sollen. Veröffentlicht wurden unter anderem auch geschätzte Kosten für die Projekte. Wie berichtet, sind in dem Bundesverkehrswegeplan, der ab 2015 gelten soll, die sieben Bauabschnitte der A 39 wie auch ein 2+1-Ausbau der B 4 als Alternative zur Autobahn zu finden. Nach den nun präsentierten Zahlen des Landes würde der Bau der Autobahn rund 1,1 Milliarden Euro kosten, der Ausbau der B 4 rund 248 Millionen Euro.

Der Dachverband der Autobahngegner „Keine A 39“, der auf die Kostenunterschiede in einer Pressemitteilung hinweist, meint, dass die Zahlen für sich sprächen. „Der dreispurige Ausbau der B 4 zwischen Lüneburg und Gifhorn mit Ortsumgehungen würde die Steuerzahler mit 248 Millionen Euro nicht einmal ein Viertel des Betrages kosten, den der entsprechende Neubau der A 39 verschlingen würde“, heißt es vom Dachverband. Aber nicht nur aus finanzieller Sicht biete der Ausbau der B 4 Vorteile gegenüber einer Autobahn, unterstreichen die Trassengegner. Denn würde die Autobahn gebaut, bliebe die Verkehrsbelastung auf der B 4 nach wie vor hoch. Das gehe aus den Prognosen der Straßenbaubehörde hervor. Für den Fall eines Autobahnbaus würden im Jahr 2025 noch 15 000 Kraftfahrzeuge über die B 4 rollen, das entspreche genau der Zahl, die die Bundesanstalt für Straßenwesen bei ihrer Verkehrszählung 2010 dort ermittelt habe. „Sollten Niedersachsen und der Bund alternativ zur A 39 dem Ausbau der B 4 den Vorzug geben, würden Ortsumgehungen die Lebensqualität der Orte steigern.“

Aus den Reihen der Autobahnbefürworter wird nach der Veröffentlichung der Zahlen darauf hingewiesen, dass die A 39 als überregionales Projekt gesehen werden müsse. „Der Bau der A 14 und der Querverbindung durch die B 190n gehört dazu“, sagte CDU-Kreistagsfraktionschef Claus-Dieter Reese auf AZ-Anfrage. Der Bund, der auch über den Bau der Autobahn entscheide, habe dies zu berücksichtigen. Ein Ausbau der B 4 belebe zudem die Wirtschaft nicht und bringe keine Entlastung für den Uelzener Südkreis, wo nach wie vor der Transportverkehr über die B 4 und über die L 270 in Richtung Magdeburg erfolgen werde. Und in diesem Zusammenhang: Angesichts zusätzlicher Transportmengen werde dieser Verkehr noch zunehmen, so Reese.

Der Autobahnbefürworter, der auch in der Bürgeriniative „Pro 39“ engagiert ist, sieht zudem einen Ausbau der B 4 und einen Bau der Ortsumgehungen kritisch, weil mit langen Bauzeiten zu rechnen sei. „Dann stellt sich die Frage: Wohin mit dem Verkehr?“

Der Vorsitzende von „Pro A 39“, Jochen Springer, erinnert daran, dass für einen Ausbau der B4 noch die Planungen zu erfolgen hätten, was wieder viele Jahre in Anspruch nehmen würde.

Von Norman Reuter

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