Mit der Autobahn den Weg zur Arbeit verkürzen

Stendal. Die Stendaler Landbäckerei GmbH besteht seit 1990 am Standort Stendal. Als VEB Backwarenbetrieb Stendal gebaut, sollte sie vorrangig die Bauarbeiter und späteren Mitarbeiter des Kernkraftwerkes Arneburg, sowie die sowjetischen Garnisonen in der Colbitz-Letzlinger Heide mit den benötigten Backwaren versorgen.

"Das Unternehmen ist seit Januar 2005 privatisiert und betreibt ein ausgedehntes Filialnetz. Mit 135 Filialen gehört es zu den 25 größten in Deutschland und reicht von Zossen im Süden Berlins bis Braunschweig, sowie von Wittenberge im Norden bis Sondershausen im Süden. Das Unternehmen beschäftigt am Produktions- und Verwaltungsstandort Stendal und in den mittlerweile 135 Backshops fast 600 Mitarbeiter, darunter 61 Auszubildende. Die innerbetriebliche Logistik ist tagtäglich eine große Herausforderung, die Fahrzeuge sind zum Teil mit drei verschiedenen Temperaturkammern ausgerüstet, um die Backwaren in hoher Qualität in die Shops und somit zum Kunden zu bringen.Dabei spielt bei den drastisch gestiegenen Kraftstoffpreisen die Optimierung der Touren eine herausragende Rolle. Die Optimierung läßt sich dann gut lösen, wenn das Straßennetz ähnlich aufgebaut ist, wie die Wasserstraßen. Vom Hauptstrom gibt es Nebenflüsse und Bäche. Die neue A14 würde Anschluss an Bundesstraßen haben, diese an Kreisstraßen und die wiederum an Straßen der Gemeinden. So könnte der Fuhrparkleiter als Kostenmanager einer Abteilung, die gesamte Bandbreite der Verkehrswege voll nutzen. Heute muss er sich, um im Bilde zu bleiben mit den Bächen und Nebenflüssen behelfen.Zwanzig Lkw verlassen zwischen 1 Uhr und 4 Uhr die Bäckerei in Stendal in alle Himmelsrichtungen, ein beträchtlicher Teil muss dabei die B 189 in Richtung Magdeburg benutzen. Die neue Autobahnanbindung an die A 14 würde somit für die Landbäckerei nicht nur mit geringeren Kraftstoffkosten, einer geringeren Umwelt- und vor allem Lärmbelastung und das in den frühen Morgenstunden für die zu durchfahrenden Ortschaften, sondern auch mit erheblich verringertem Zeitaufwand für den Fuhrpark verbunden sein. Zeit ist nicht nur Geld, sondern Zeit ist auch Umweltschutz und Zeit bei den Backwaren bedeutet auch ein hohes Maß an Frische. Die Backwaren fühlen sich wohl, wenn sie schnell zum Kunden kommen, weil dieser sie so frisch wie möglich am liebsten kauft. Auch eine Backware möchte auf Grund des Transportweges kein Ladenhüter werden.Viele unserer Mitarbeiter kommen aus dem Süden Stendals und nutzen, teilweise in Fahrgemeinschaften, ebenfalls die stark befahrene B 189 mit erheblichem Verkehrsrisiko. Mit dem Autobahnbau könnte der Weg zur Arbeitsstelle erheblich abgekürzt werden und damit automatisch auch sicherer. Zudem wären dann wohl dringend benötigte Fachkräfte aus Magdeburg und Umgebung bereit, einen Arbeitsplatz in Stendal anzutreten.Wir sehen uns als ein dynamisches Unternehmen, das in den nächsten Jahren weiter wachsen möchte. Der Standort mit seinen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Bedingungen ist dabei von hochrangiger Bedeutung. Bei einer fehlenden Autobahnanbindung an die Landeshauptstraße müsste bei einem mittelfristig angestrebten Neubau der Bäckerei der Standort Stendal überdacht werden, da sich allein durch die Rohölpreise die Logistikkosten in der Zukunft weiter erhöhen werden.Als Unternehmen, das gerade erst im Oktober vergangenen Jahres mit dem "Großen Preis des Mittelstandes" ausgezeichnet wurde, möchten wir auch weiterhin unseren Firmensitz in der Rolandstadt Stendal stärken, da muss dann aber auch die Infrastruktur der Verkehrswege stimmen. Darum wollen die Stendaler Landbäcker die Nordverlängerung der A 14."

Erschienen: 08.03.2008: sdl / TZ / Seite:2

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