Auf dem Weg

Sommerzeit – Urlaubszeit. Viele Menschen nutzen die Ferien, um zu verreisen und andere Länder und Landschaften kennenzulernen.

Ich denke an einen Wanderurlaub, den wir in den Bergen verbracht haben. Wir haben uns Karten besorgt und uns Routen für die Wanderungen ausgesucht. Doch trotz der Vorbereitung war nie ganz klar, was uns auf dem Weg erwarten würde. Immer wieder gab es kleinere oder größere Überraschungen. Da gab es Wegstrecken, die waren steil oder steinig. Aber oft führten gerade sie durch eine wunderschöne Landschaft, die einen traumhaften Ausblick bereithielt.

Dann ging es wieder ganz leicht. Der Weg war fast eben und die Bäume des Waldes spendeten Schatten. Dies war eine Möglichkeit, sich zu erholen und die Seele baumeln zu lassen. Hier und dort hat auch ein schöner Platz zum Verweilen eingeladen.

Doch manchmal sind die Wegmarkierungen an der Strecke verwirrend, die Karten nicht sehr hilfreich und es besteht die Gefahr, falsch abzubiegen. Oft heißt das, lange Umwege machen zu müssen. Die kosten Kraft! Doch wenn das Ziel dann wieder in den Blick kommt, so ist man wirklich froh.

Die Wanderungen im Urlaub können ein Sinnbild für den Weg durchs Leben sein. Auch auf diesem Weg geht es auf und ab und es zeigt sich immer wieder Neues. Da gibt es Strecken, die steinig und mühsam sind. Ich denke zum Beispiel an Zeiten, in denen ich hart arbeiten musste, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Und dann gibt es auch ruhige Zeiten, wo die Arbeit leicht von der Hand geht, im privaten Bereich alles in Ordnung ist und man zufrieden ist.

Und natürlich gibt es auch im Leben Gipfelerlebnisse – Erlebnisse, die aus dem normalen Alltag herausragen, die wunderschön sind. Für den einen mag das die Zeit der ersten Liebe sein, für andere die Geburt der Kinder und für wieder andere Zeiten großer Harmonie. Jede und jeder hat wohl seine ganz persönlichen Gipfelerlebnissen.

Doch leider können wir nicht auf dem Gipfel bleiben. Der Weg führt wieder hinunter ins Tal, zurück in den Alltag mit seinen schwierigen oder auch eintönigen Strecken. Manchmal muss man auch Umwege gehen.

Wie gut ist es, wenn man dann nicht allein ist und nach einiger Zeit das Ziel wieder sehen kann. Gott sagt im 2. Buch Mose: „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behütet auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.“

Pastorin Christine Ehlbeck ist Krankenhausseelsorgerin am Klinikum Uelzen und Pastoralpsychologin für den Sprengel Lüneburg. Das Wort zum Sonntag finden Sie auch unter: www. az-online.de/lokales/ kolumnen

Von Christine Ehlbeck

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