Von Woche zu Woche

Auch sechs Wochen Ferien sind relativ

Für einen normalen Arbeitnehmer kaum vorstellbar – sechs Wochen Ferien am Stück. Und doch Realität. Auf die Lehrer im Landkreis Uelzen wartet nach einer wochenlangen unterrichtsfreien Zeit ab Montag wieder der Ernst des Lebens.

Pädagogen, die nach der 42-tägigen Schulabstinzenz Anlaufschwierigkeiten haben, sollten nicht verzagen – bereits ab dem 22. Oktober läutet der Terminkalender für 14 Tage die nächste Pause ein. Diesmal warten die Herbstferien. Und auch anschließend ist das Arbeitszeitfenster durchaus überschaubar – vom 5. November bis zum 21. Dezember müssen die Schüler beschult werden. Und das wars dann auch schon in diesem Jahr. Das zweite Schulhalbjahr gestaltet sich ähnlich – es ist extrem kurz. Schon im Juni geht es erneut in die sechswöchige Auszeit – Sommerferien 2013.

Was auf dem Papier entspannend und leicht und locker klingt, bedeutet im Alltag, dass der vorgesehene Unterrichtsstoff in außergewöhnlich kurzer Zeit durchgepaukt werden muss. Zweifellos birgt das Belastungen für Pädagogen und Schüler. Doch damit nicht genug – während in den Klassenräumen gerechnet, gelernt und geschrieben wird, fallen an anderen Stellen im Landkreis Uelzen weitreichende Entscheidungen in der Schulpolitik. Sieht die Schullandschaft in zwölf Monaten noch genauso aus? Müssen aufgrund der demografischen Entwicklung Schüler- und Schulströme ganz anders gelenkt werden? Können aufgrund von wirtschaftlichen Sachzwängen alle Schulstandorte gehalten? Bleiben die Schulträger identisch?

Mit anderen Worten: In der nächsten Woche nehmen nicht nur die Lehrer ihren Dienst wieder auf – auch in der Politik stehen die ersten Sitzungen und Beratungen nach der Sommerpause auf der Tagesordnung. Dabei spielt sowohl bei den gewählten Volksvertretern als auch in den Verwaltungen das Thema „Schule“ sowohl auf Stadt- als auch auf Landkreisebene eine ganz erhebliche Rolle. Und in dem Zusammenhang geht es in der Bildungsregion Uelzen um Fragen, deren Antworten weit länger in die Zukunft reichen als vergleichsweise kurze sechs Wochen Ferien.

andreas.becker@az-online.de

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