„Arbeitsplätze werden nur verlagert"

Knesebeck - Von Carola Peiser. Gemeinsam hatten die Bürgerinitiativen (BI) "Keine A39" aus dem Kreis Gifhorn am Donnerstagabend zu einer Podiumsdiskussion nach Knesebeck eingeladen – Gegner und Befürworter.

Mehr als 100 Interessierte kamen in den Knesebecker Hof. An einen wirtschaftlichen Effekt glaubt Professor Dr. Peter Pez von der Universität Lüneburg nicht: "Es wird lediglich zu einer Verlagerung der Arbeitsplätze kommen." "Sinn würde ein Autobahnbau in Ost-Europa machen, aber bei uns habe die Industrialisierungsphase bereits in den 60er Jahren geendet. Pez befürwortete daher eher den Ausbau der B4: "Die A39 wird nur den Durchgangsverkehr abziehen, der regionale Durchgangsverkehr bleibt." Der Bau von Überholspuren in brenzligen Bereichen wie in Uelzen sei eine Alternative. Neben Pez vertraten auch Busunternehmerin Edith Bischof, SPD-Kreistagspolitiker Hans-Jürgen Schindler, Eva Gresky und Manfred Michel von der Bürgerbewegung OHE -Reaktivierung sowie Detlef Giesler von der BI Lüne-Moorfeld ihre Meinung. "Sind sie sich im klaren, dass sie unseren Kindern Milliarden Euro an Schulden aufhalsen?", richtete ein Zuhörer Kritik an die A39-Befürworterin Bischof. "Ich möchte niemandem Schulden hinterlassen", entgegnete die Unternehmerin. Allerdings sehe sie positive Auswirkungen der A39 im touristischen Bereich: "Unsere Gegend ist touristisch ein Juwel, aber die Fahrgäste wollen kürzere Fahrzeiten." Das sieht auch Schindler so: "Die Gesellschaft möchte heute schnell von A nach B kommen." Eine Zukunft bei der Bahn sieht der Politiker nicht. Sie habe sich zudem vom Gütertransport verabschiedet und plane ohnehin den Weg zur Aktiengesellschaft. Schindler: "Traditionsstrecken kommen nicht in Frage, die werfen doch keinen Gewinn ab, sondern müssen subventioniert werden." Potenzial sieht der Politiker im Ausbau der Wasserwege. Für eine Anbindung an die Bahn müsse sich einiges ändern. Damit zielte Schindler auf Michel und Gresky ab, die eine Wiederbelebung der OHE-Trasse von Wittingen über Brome und Parsau nach Wolfsburg befürworten. Schindler erachtet die Regio-Stadtbahn als sehr wichtig und sieht einen zweiten Schritt in der Anbindung Richtung Wolfsburg. Giesler nutzte die Gelegenheit und machte auf die Aktivitäten seiner BI aufmerksam. Die Stimme des Bürgers sei wichtig. Die BI kläre auf, aber "verhüten" müsse der Bürger. Schließlich existiere die Autobahn bislang erst auf dem Papier. Leider nutzten viele Besucher die Podiumsdiskussion weniger, um Fragen zu stellen, sondern um Monologe zu halten Erschienen: 08.09.2007: IK / az / Seite:8

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