Alle Vögel...

. . . sind schon da – an Uhlenköpers Futterhäuschen. Jedes Jahr aufs Neue versammeln sich die Piepmätze an dem aus Weidenzweigen geflochtenen Hängehäuschen, das Ähnlichkeit mit einem Indianer-Tipi hat, um sich die gefiederten Bäuchlein voll zu schlagen.

Und auch wenn er weiß, dass er wirklich strengen Frost und tiefen Winter abwarten soll, legt unser Mann schon immer etwas eher die Sonnenblumenkerne aus. Denn die Vögel fordern es nahezu ein. Sobald die Vogeltränke zugefroren ist, hocken sie unmotiviert in den Bäumen vor Uhlenköpers Terrasse herum. Das kann unser Mann nicht mit ansehen – und schreitet zur Tat. Und sobald das geflochtene Vogelhäuschen gefüllt ist, geht es auch schon los: Durch das Dachloch fliegen die ersten Meisen an, während die Kleiber den Haupteingang an der Seite nehmen. Spannende wird’s, wenn sich mehrere Piepmätze im Innern begegnen: Dann wackelt das Häuschen bedenklich am Haken, bis einer der Streithähne im Tiefflug aus einer der Öffnungen schießt. Dann ist wieder Ruhe, und die nächsten Vögel sind im Anflug. Und so kann er dem Treiben stundenlang aus dem Wohnzimmerfenster gucken und entdeckt dabei so manche menschliche Züge an den gefiederten Freunden, Ihr.

Kommentare