Von Woche zu Woche

Advent – immer mit der Ruhe

Hast du schon einen Adventskranz geflochten? Hast du schon Kekse gebacken? Wann gehen wir auf den Weihnachtsmarkt? Was, du bastelst keine Adventskalender für deine Lieben?! Und wie sieht es überhaupt mit den ersten Weihnachtsgeschenken aus?

– Die ach so besinnliche Adventszeit birgt eindeutig ihre Gefahren. Die Gefahr des Sich-hetzen-Lassens, die Gefahr des Alles-perfekt-machen-Wollens. Dabei soll doch genau diese Zeit eigentlich Gelegenheit geben zum Entschleunigen, zum Reflektieren und zur eigenen Neuordnung. Klingt in der Theorie richtig gut. Doch in der Praxis ist das mit der Besinnlichkeit so eine Sache...

Der Alltag hat uns fest im Griff. Wir müssen funktionieren, unseren Alltagspflichten nachkommen, die Zeit rennt und wir rennen mit ihr. Und darüber können auch Tannenzweige, Spekulatius und Glühwein nicht hinwegtäuschen – zumindest nicht längerfristig. Nur weil die Straßen festlich erleuchtet sind und Glöckchen läuten, heißt das nicht, dass einem schlagartig andächtig zumute wird. Nur weil Englein singen und Kerzen leuchten, bleibt die Zeit nicht stehen, lösen sich Probleme nicht in Luft auf. Doch man sollte dieser Zeit zumindest die Chance geben, eine ganz besondere im Jahresverlauf zu sein. Dazu beitragen kann ein stiller Waldspaziergang genauso wie eine lange vor sich hergeschobene Aussprache oder die Erkenntnis, dass man sich glücklich wähnen darf, wenn man gesund an Leib (und Seele) ist. Dann sind die Adventskränze eben nicht selbstgedreht – na und? Und wenn auch die Kekse „nur“ gekauft sind – na und? Gekaufte Adventskalender – auch schön! Und wenn dann noch Zeit ist für einen Gang über den Weihnachtsmarkt – perfekt!

Von Ines Bräutigam

Kommentare