Enak Ferlemann in Uelzen: Gütertransport benötigt alle Verkehrswege

„A 39 wird sich durchsetzen“

+
Enak Ferlemann (2.v.r.) sprach gestern Unter anderem mit Dr. Heiko Blume (2.v.r.) und Giforns Landrätin Marion Lau.

Uelzen/Landkreis. Für Enak Ferlemann gibt es bei der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur Nordostniedersachsens kein Entweder-Oder.

„Alle drei Verkehrsträger – Straße, Schiene und Wasser – sind angesichts wachsender Gütermengen auszubauen“, sagte der Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium gestern bei seinem Besuch in Uelzen und widersprach damit einer Argumentation von A-39-Gegnern, dass bei einem geplanten Ausbau der Schienennetzes die umstrittene Trasse unnötig sei. „Jeder Verkehrsträger hat seine spezifischen Vorteile und wird auch benötigt“, so Ferlemann.

Auf Einladung von Landrat Dr. Heiko Blume war der Mann aus Berlin in der Uhlenköperstadt mit Landräten, Bürgermeistern, Verwaltungsmitarbeitern aus den Kreisen Lüneburg, Gifhorn und Uelzen sowie der Stadt Wolfsburg zusammengetroffen. In einem gut zweistündigen Gespräch verständigten sich die Teilnehmer des „Verkehrsgipfels“ zu Themen wie den Bau der A 39, der Hinterlandanbindung an die Häfen mit Schienen und den Möglichkeiten einer stärkeren Nutzung des Elbe-Seitenkanals. Über Parteigrenzen hinweg, so erklärte Dr. Heiko Blume im Rahmen eines Pressegesprächs im Anschluss an das Treffen, sei gestern die Bedeutung des Baus der Autobahn 39 unterstrichen worden.

Dass nun die Niedersächsische Landesregierung als Alternative zur A 39 einen 2+1-Ausbau der B 4 für den Verkehrswegeplan (BVWP) anmelden will – welches Signal sendet das nach Berlin? Enak Ferlemann: „Bei einem Ausbau der B 4 fangen wir bei Null an. Um auf den Planungsstand der A 39 von heute zu kommen, würden fünf bis zehn Jahre noch vergehen.“ Würden die beide Optionen für den BVWP angemeldet, dann erfolge durch den Bund eine Bewertung anhand einer Kosten-Nutzen-Rechnung. „Dabei wird sich die A 39 sehr leicht durchsetzen“, war sich der Staatssekretär gestern sicher.

Beim Thema der Hinterland-anbindung an die Seehäfen mit Schienen nehme er vom Gespräch mit, dass sich das Bundesverkehrsministerium die Bestandsstrecken wie die Amerika-Linie anschauen möge, so Ferlemann. Gegenwärtig würden Projekte wie die Y-Trasse und deren Alternativen in Berlin geprüft.

Von Norman Reuter

Mehr zum Thema

Kommentare