Autobahn-Verkehr durch Bad Bevensen? Keine Aussage von Staatssekretär Enak Ferlemann

A 39: Lkw-Parkplätze zählen nicht

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Autobahngegner aus Hohnstorf befürchten, die 250 Parkplätze auf dem geplanten Rasthof dienen den Lkws als Warteplatz für die Zulieferung zum Hamburger Hafen. Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär in Berlin, verneint diese Befürchtung.

Uelzen/Landkreis. Es gibt nicht nur Gegner der Autobahn, sondern auch Fürsprecher. Sie halten sich zwar meistens im Hintergrund, doch nun geht der Nordland-Autobahn-Verein (NAV) in die Offensive und präsentiert ein Untersützungspapier, auf dem Unternehmen, Politiker, Kommunen und Vereine sich hinter die geplante Autobahn stellen.

Besonders auffallend ist die Mischung verschiedenster Branchen, Betriebsgrößen und Standorte der Unternehmen, die sich stellvertretend für große Teile der Wirtschaft und für sehr viele Menschen in der Region Lüneburg-Wolfsburg zur A 39 bekennen. Rückendeckung für sein Engagement erhält der NAV zudem von vielen Bundes- und Landespolitikern, Bürgermeistern, Landräten, Industrie- und Handelskammern, Verbänden und Vereinen. „Dieses Engagement von vielen Seiten unterstreicht die große Bedeutung und Notwendigkeit der A 39“, so Zeinert.

Die zusätzlichen Kapazitäten im Fernstraßennetz seien erforderlich, um die prognostizierten Verkehrsmengen aus Deutschlands größtem Seehafen in Hamburg bewältigen zu können. Der Lückenschluss sei aber ebenso wichtig für die künftige Entwicklung der Wirtschaftsregion Lüneburg-Wolfsburg. Zeinert appelliert deshalb: „Politiker sollten unser Papier als unmissverständlichen Arbeitsauftrag verstehen, die Planungen zügig weiterzuführen und sich rechtzeitig für die notwendigen Finanzmittel für den Bau der A 39 einzusetzen.“

Doch nicht überall stößt die A 39 auf Gegenliebe. Bei einer Info-Veranstaltung in Bienenbüttel machten die Autobahn-Gegner ihrem Ärger Luft. Eine der Sorgen: Wird der Abschnitt zwei von Lüneburg nach Bad Bevensen direkt in der Kurstadt enden und dann der Verkehr durch den Ort geleitet? Eine Frage, die auch Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär in Berlin, nicht eindeutig beantworten kann: „Derzeit wird in den Abschnitten im Bereich von Bad Bevensen der Streckenentwurf erstellt. Im Hinblick auf die bei der Entwurfsaufstellung auftretenden Planungshürden und das danach noch durchzuführende Planfeststellungsverfahren kann derzeit keine Aussage über die Fertigstellung der Abschnitte – einzeln oder zeitgleich – im Bereich Bad Bevensen getroffen werden.“ Mit Spannung wurde in Bienenbüttel auch die Frage nach den geplanten Parkplätzen gestellt. Vorwurf der Autobahngegner: Die Parkplätze dienen den Lkws nur als Warteplatz für den Hamburger Hafen. Das jedoch entkräftigt Ferlemann: „Nein, die entlang der A 39 geplanten Rastanlagen sollen den Parkbedarf dieser Autobahn decken.“

Und auch die Frage, ob auf der Hohnstorfer Rastanlage deshalb so viele Parkplätze entstehen sollen, weil Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer 15 500 Lkw-Parkplätze fordert, beantwortet Ferlemann auf AZ-Nachfrage: „Im Rahmen der ersten Nationalen Konferenz Güterverkehr und Logistik in Hannover präsentierte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung am 13. Oktober eine neue Broschüre zum Thema Lkw-Parken. Im Rahmen des Kongresses kündigte Verkehrsminister Ramsauer an, dass deutschlandweit von 2011 bis 2015 insgesamt 15 500 zusätzliche Lkw-Parkstände zur Deckung des Lkw-Parkbedarfs geschaffen werden sollen. Die neuen Parkstände entstehen entlang der existierenden Autobahnen. Da die A 39 ein Autobahnneubau ist, geht die geplante bewirtschaftete Rastanlage Hohnstorf in die Summe nicht ein.“

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Von Jörn Nolting

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