A39: Land soll Tunnel prüfen

Von Marc RathUelzen. Die Landesregierung soll umgehend die Machbarkeit und Finanzierung einer Tunnellösung für die geplante A-39-Trasse durch Lüneburg prüfen. Einen entsprechenden Antrag der SPD-Landtagsfraktion kündigte gestern deren Uelzener Abgeordneter Jacques Voigtländer für die Juni-Sitzung des Parlaments an.

Der Vorstoß ist das Ergebnis eines Treffens der SPD-Spitzenvertreter der Landkreise Uelzen und Lüneburg, das gestern auf Initiative des Uelzener Bürgermeisters Otto Lukat zustande gekommen war. Lukat hatte alarmiert, dass sich der Lüneburger Stadtrat in der Vorwoche mit breiter Mehrheit für eine westliche Trasse ausgesprochen hatte. "Wir sehen das Problem der Stadt Lüneburg, aber mit dieser Variante könnten wir in Uelzen nicht leben", wollte er mit seinen Parteifreunden "zu einer vernünftigen Lösung kommen".

Für den Landratskandidaten der Lüneburger SPD, Manfred Nahrstedt, wäre ein etwa drei Kilometer langer Tunnel im Stadtgebiet eine Lösung, zu der die Lüneburger "am ehesten stehen können". Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) respektiert den Vorstoß verhalten. "Wenn die Ergebnisse auf dem Tisch liegen, werden wir sie prüfen und bewerten", sagte Mädge. Bis dahin werde Lüneburg entschieden gegen eine östliche Trasse vorgehen.

Uelzens SPD-Bundestagsabgeordneter Peter Struck betonte daher, dass das Land jetzt ein klares Signal für die Autobahnpläne setzen müsse. "Bis zum März brauchen wir Klarheit, ansonsten verzögert sich das Verfahren", mahnte er. Seine Lüneburger Kollegin Hedi Wegener hält die Mehrkosten eines Tunnels für gerechtfertigt. "In Hamburg oder Hannover wäre das gar keine Frage."

Der Bedarf der Autobahn sei im Bundesverkehrswegeplan anerkannt. Ein umfangreicher Rechtsstreit mit Lüneburg könnte das Projekt indes behindern, warnte Struck.

Unterdessen hat sich die Vollversammlung der IHKLüneburg-Wolfsburg in dieser Woche uneingeschränkt hinter die Autobahnpläne gestellt. Der Dachverband der A-39- Gegner kündigte dagegen massive Einwände aus Lärmschutzgründen an.

Erschienen: 13.05.2006: AZ / 111 / Seite:1

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