Gegner fühlen sich durch neue Kostenschätzung bestätigt / Berliner Zustimmung zu Plänen für Abschnitt bei Lüneburg

A 39 kostet jetzt offiziell 1,1 Milliarden Euro

Bestehende A 39 bei Königslutter: Ein Lückenschluss-Baustart bei Lüneburg wird jetzt immer wahrscheinlicher. Vorher kommt aber das Planfeststellungsverfahren, das 2013 beendet sein soll. Archiv

bo Wittingen/Lüneburg. Knapp 10 Millionen Euro wird die Autobahn 39 nach einer neuen Schätzung kosten – pro Kilometer. Das niedersächsische Verkehrsministerium hat jetzt die Gesamtkosten des Projektes stark nach oben korrigiert.

Bis zuletzt galt offiziell die Zahl, die die Planer vor Jahren verkündet hatten: 617 Millionen Euro. Nun heißt es, dass die 105 Kilometer lange Trasse wohl etwa 1,1 Milliarden Euro kosten werde.

Das rief gestern umgehend die A 39-Gegner auf den Plan. Die Kostensteigerung um rund 500 Millionen Euro mache „die Finanzierbarkeit noch unwahrscheinlicher“, meinte Eckehard Niemann, Pressesprecher des Landesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz. Er verweist darauf, dass A 39-Kritiker schon seit längerem 1,1 Milliarden Euro oder mehr „als realistisch publiziert“ hätten.

Der Sprecher der Wolfenbütteler Straßenbaubehörde, Jens-Thilo Schulze, erläuterte gestern, es habe aus behördlicher Sicht „keinen Sinn gemacht, zwischendurch immer neu zu rechnen“. Nachdem mit dem Tappenbeck-Ehra und dem nördlichsten Teilstück bei Lüneburg nun zwei Abschnitte als Vorentwurf in Berlin vorlägen, habe man auf dieser Basis eine neue Hochrechnung erstellt.

„Über die Jahre hat sich viel verändert“, sagte Schulze zur Begründung der Kostenexplosion. Unter anderem gebe es im Wolfsburger Bereich eine „komplizierte Anschlussstellen-Situation“, die Baupreise seien gestiegen, hinzu kämen die Anforderungen durch Lärm- und Naturschutz.

Die Pläne für den ersten Bauabschnitt bei Lüneburg hat das Bundesverkehrsministerium inzwischen abgesegnet. Landesverklehrsminister Jörg Bode (FDP) sprach von einem „Meilenstein“.

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