Klagen der Gegner rücken näher / Wenig Resonanz auf Info-Abend in Wittingen

A 39 demnächst vor Gericht

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Die Autobahn-Gegner wollen im Planfeststellungsverfahren stärker am Protest-Rad drehen.

Wittingen. Wie viele Leute mögen es eigentlich sein, die im Isenhagener Land die A 39 ablehnen? Ist eine schweigende Mehrheit dafür? Oder ist vielleicht gar eine schweigende Mehrheit dagegen?

Diese Frage stand im Raum, als sich am Donnerstagabend auf Einladung der BI „Keine A 39“ gerade einmal 17 interessierte Bürger im Wittinger Tor trafen. „Nicht ganz so viele wie erwartet“, räumte BI-Sprecher Uwe Bilau ein.

Bei der Gemeinschaftsveranstaltung mit den Bodenteicher Autobahn-Gegnern suchte man Teilnehmer aus dem nördlichen Nachbarkreis vergeblich. Am Fußballspiel Italien-Kroatien dürfte es nicht gelegen haben, aber vielleicht war das Thema für manchen potenziellen Protestler noch nicht aufrüttelnd genug: das Planfeststellungsverfahrens im nördlichsten der sieben Autobahnabschnitte.

Für Bilau ist dieses erste Planfeststellungsverfahren eine Art Startschuss für eine neue Runde in der öffentlichen A 39-Diskussion: „Deswegen wollen wir jetzt richtig mobilmachen.“ Im Raumordnungsverfahren kamen 15 000 Einwendungen aus der Bevölkerung, eine solche Marke peilen die Gegner wieder an. BI-Mitstreiterin Eva Gresky ist überzeugt, dass es mehr A 39-Kritiker gibt als es den Anschein hat, dass aber viele nicht aktiv genug sind: „Einige denken sicher, dass andere Menschen das schon regeln.“

Bilau betonte, dass sich zum Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt 1 bei Lüneburg auch Bürger äußern können, die nicht unmittelbar als Anwohner davon betroffen sind. Per Laptop demonstrierte das Führungsteam der BI, wie sich eine Instant-Einwendung verfassen lässt.

Auf ihrer Homepage liefern die A 39-Gegner Gleichgesinnten Bausteine für ein Schreiben an die Landesbehörde für Straßenbau in Lüneburg – mit den gängigen Argumenten wie Landschafts- und Tierschutz, Feinstaub, Landverbrauch, befürchtete Kriminalität und so weiter. Parallel wird das erste Planfeststellungsverfahren durch Unterschriftenlisten begleitet, die an vier Standorten in Wittingen ausliegen.

Dass es im Zuge der Planfeststellungsverfahren auch zu Klagen gegen das Projekt kommen wird, daran ließ Bilau keinen Zweifel. Der Schutz- und Klagefonds wurde freilich nicht umsonst gegründet, wer jetzt noch beitreten will, zahlt 400 Euro.

Die Besucher des Treffens im Wittinger Tor kamen schwerpunktmäßig aus Eutzen, Glüsingen, Knesebeck. Der Wittinger Jochen Bellin monierte die Abwesenheit jeglicher Kommunalpolitiker: „Keinen von denen interessiert das.“

Möglicherweise kommen die ja auch, wenn es demnächst irgendwann um die Wittinger A 39-Abschnitte 5 und 6 geht. Bilau jedenfalls glaubt: „Dann sitzen hier mehr Leute.“

Von Holger Boden

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