A39-Bau: Wenn, dann zuerst von Wolfsburg nach Wittingen

hip Brome. Den Kommunalpolitikern der Samtgemeinde Brome geht es in Sachen Autobahnbau nicht um das Ob, sondern um das Wie. Zu entscheiden, ob das Projekt sinnvoll ist oder nicht, ist auch nicht ihre Aufgabe: Denn das Projekt steht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans, ist also Gesetz.

Diese Erkenntnis konnten die Zuhörer der jüngsten Bau- und Umweltausschusssitzung im Großen Sitzungszimmer des Bromer Rathauses mit nach Hause nehmen. In knapp 90 Minuten handelten die Abgeordneten Donnerstagabend den ersten Entwurf einer Stellungnahme zum Schnellstraßenbau von Wolfsburg nach Lüneburg ab. Sie wird bis zum Samtgemeindeausschuss von der Verwaltung verfeinert. Parallel dazu stimmen sich die Vertreter der unterschiedlichen Fraktionen ab.

Das Papier an sich ist zumindest für die Abgeordneten der großen Fraktionen ein Votum pro A39, ohne eine bestimmte Trasse zu favorisieren. Schließlich soll auf Samtgemeindeebene mit einer Zunge gesprochen werden. "Die Gemeinden geben parallel sehr individuelle Stellungnahmen ab", sagte Samtgemeindebürgermeister Jürgen Bammel. Demnach steht die Politik dem Bau der Autobahn und einer vernünftigen Anbindung des strukturschwachen Raums der Samtgemeinde Brome durchweg positiv gegenüber. Gebaut werden sollte aber von Wolfsburg nach Lüneburg – nicht umgekehrt. Sonst hätte man mit zusätzlichem Verkehr auf den Straßen zu kämpfen. Mit dem Verlauf der Vorzugsvariante der Querspange (B190n) bei Bodenteich sind die Ausschussmitglieder ebenfalls einverstanden. Diese könnte einen Teil des Ost-West/West-Ost-Verkehrs, der zurzeit über Brome läuft, schlucken. Keine der westlichen Trassen dürfe die im vordringlichen Bedarf befindliche Ortsumgehung Brome gefährden, heißt es. Lauter wird der Ruf nach einer Ortsumgehung Voitze, falls denn die Trasse am Ende doch im Bereich Ehra-Lessien verlaufen sollte. Ortsteile politischer Gemeinden, die in unmittelbarer Nähe zueinanderliegen – also auch Ehra und Lessien – sollen nach Wunsch der Samtgemeindepolitiker auch künftig ohne Trennung durch die Schnellstraße eine Einheit bilden. Des Weiteren drängt man auf eine zeitgleiche Fertigstellung von A39 und B190n.

Erschienen: 03.06.2006: IK / 128 / Seite:5

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