Staatssekretär hält an Projekt fest / „Hasenrennen“ um Abschnittsplanung

A 20 keine Gefahr für A 39

Enak Ferlemann

Uelzen/Landkreis. Die Küstenautobahn A 20 soll auf ganzer Länge „zuverlässig, kontinuierlich und engagiert“ vollendet werden.

Darauf haben sich (wie berichtet) Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und sein schleswig-holsteinischer Kollege Jost de Jager verständigt und eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Der Bau der A 20 soll demnach Ende kommenden Jahres beginnen.

Auswirkungen auf den geplanten Bau der A 39 habe dieser Schulterschluss jedoch keine, betont Enak Ferlemann (CDU). „Für uns sind beide Autobahnen extrem wichtig, wir wollen beide realisieren“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium gestern auf Nachfrage der AZ. Für beide Projekte seien Mittel im Investitionsrahmenplan (IRP) vorgesehen, der Infrastruktur-Projekte aufführt, die bis 2015 begonnen werden sollen. „Für einen Abschnitt der A 39 und für einen Abschnitt der A 20“, so Ferlemann.

Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) bewertet derweil die geschlossene Vereinbarung für den Bau der A 20 als „Ende der A 39 und des Versteckspiels über die insgeheim seit langem feststehenden Prioritäten der Verkehrspolitiker“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Für Enak Ferlemann allerdings steht fest: „Mit dem Bau der A39 soll begonnen werden, wenn Baurecht besteht.“

Unterdessen ist zwischen den beiden Geschäftsbereichen der Niedersächsischen Landesstraßenbaubehörde, Lüneburg und Wolfenbüttel, offenbar ein „Hasenrennen“ entbrannt: So hatte Enak Ferlemann verkündet, falls der nördliche Abschnitt bei Lüneburg eher planfestgestellt sein sollte als der südliche Abschnitt Wolfsburg-Ehra, dann werde man im Norden mit dem Bau beginnen. Die Lüneburger Behörde plant im Norden von Lüneburg bis Wittingen, die Wolfenbütteler planen von Wittingen bis Wolfsburg.

Der südliche Abschnitt Wolfsburg-Ehra stehe zwar im IRP, so Ferlemann, und das Bundesverkehrsministerium beabsichtige auch, im Süden mit dem Bau der A 39 zu beginnen, „weil hier die Verkehrswerte höher sind“. Wenn es aber im Süden kein Baurecht gebe, dann beginne man eben im Norden, erklärt der Staatssekretär gestern gegenüber der AZ. „Es macht ja keinen Sinn zu warten.“ Hintergrund: Eine Umplanung der Abfahrt Ehra hatte zu Verzögerungen geführt.

Ferlemann sei letztendlich egal, an welchem Ende die A 39 fortgesetzt werde. „Wichtig ist, dass sie kommt“, stellt er fest und wertet die derzeitige Situation auch als gewissen „Ansporn für die Ämter“. 2013 werde man dann ja „wissen, wie weit die sind“.

Zurzeit sei man mit den Wolfenbütteler Kollegen zwar in der gleichen Planungsphase, aber schon „etwas weiter“, sagt Dirk Möller, Leiter der Lüneburger Straßenbaubehörde. Letztendlich werde aber das Planfeststellungsverfahren entscheiden, wie es weiter gehe, sagt er.

Von Ines Bräutigam

Mehr zum Thema

Kommentare