Von Woche zu Woche

Nur A-39-Getöse

105 Seiten zur A 39 haben in dieser Woche Autobahngegner wie -befürworter Kopf stehen lassen: Zunächst waren die Gegner der Trasse unmittelbar nach der Vorstellung des IHK-Gutachtens zur Trasse wortgewaltig losgestürmt, um es als Papier der „Halbwahrheiten“ und der „unseriösen Behauptung“ zu entlarven.

Das wollten die Befürworter so nicht stehen lassen, meldeten sich ihrerseits zu Wort. Jochen Springer von Pro A 39 zu den Äußerungen der Autobahngegner: „Es ist schade, dass von dort wieder nur Totschlagargumente kommen, ohne die Gelegenheit für einen konstruktiven Diskurs zu nutzen.“ Es folgte der Vorstoß von der CDU/FDP/RRP-Gruppe im Kreistag. Claus-Dieter Reese forderte per Antrag, dass nun, da die Vorteile der Autobahn in einem Gutachten festgehalten seien, die Kreispolitik sich für das Bauprojekt stark macht. In Berlin müsse gehört werden, dass die Autobahn hier in der Region gewollt werde, so der Tenor.

Die Reaktionen kommen einem wie Reflexe vor. Eine getroffene Aussage darf nicht unkommentiert bleiben. Es wird immer wieder die Gegenrede geführt. Es soll keinen Gewinner in der Diskussion um den Bau der Autobahn geben.

Aber welchen Stellenwert wird die Debatte am Ende für die Entscheidung für oder gegen einen Bau der A 39 haben? Was bedeutet ein erstelltes Gutachten zur Trasse in diesem Zusammenhang? Und: Welche Bedeutung wird eine Willensbekundung zur Autobahn der Kreispolitik haben? Ist all die entstandene Hektik der vergangenen Tage und das von der CDU/FDP/RRP-Gruppe geforderte Votum nicht nur blanker Aktionismus?

Festzuhalten ist, dass die A 39 wie auch ein möglicher Ausbau der B 4 mit einer 2+1-Führung für den Bundesverkehrswegeplan ab 2015 angemeldet wurden. Dabei handelt es sich um eine Liste, in der alle angedachten Straßen-, Schienen- und Wasserstraßenprojekte für den Bund aufgeführt sind. Sie werden darin nach ihren Dringlichkeiten sortiert. Und: Diese Priorisierung erfolgt auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse wie auch einer Umweltüberprüfung der Projekte, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilt. Abgeschlossen ist dieser Prozess noch nicht. Warten wir doch die Ergebnisse ab.

Von Norman Reuter

Rubriklistenbild: © Freier Mitarbeiter

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