7200 Fahrzeuge durch den Ort

Römstedt - Von Claus Rosenau. Die "Entlastung von Ortsdurchfahrten durch eine Verminderung der täglichen Verkehrsmenge" ist ein Ziel, das mit dem Bau der Autobahn 39 verknüpft wird, zitierte Roland Klewwe, Bauamtsleiter der Samtgemeinde Bevensen, aus den Planungsunterlagen der Landesbehörde für Straßenbau Lüneburg.

Für Römstedt ist ein gegenteiliger Effekt zu erwarten, erfuhren die rund 120 Bürger, die am Mittwochabend zu einer Informationsveranstaltung der Gemeinde ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen waren. Denn die Autobahn, die in der Vorzugsvariante in einem Kilometer Entfernung westlich an Römstedt vorbeigeführt wird, erhält eine Ausfahrt auf die Landesstraße 253 von Bad Bevensen nach Dannenberg. Die Prognose der Verkehrsplaner geht von täglich 7200 Fahrzeugen aus, die auf der Fahrt aus und in Richtung der Abfahrt Römstedt passieren werden. Davon sind 1000 Fahrzeuge dem Schwerlastverkehr zuzurechnen. Zum Vergleich stellte Klewwe dem die Zahlen der letzten Verkehrszählung aus dem Jahr 2000 mit täglich 2700 Fahrzeugen gegenüber. Die Steigerung entspricht über 150 Prozent. Zu den Auswirkungen auf den Ort, etwa hinsichtlich des Lärms, vermochten Klewwe und Bürgermeister Bernd Lüders noch nichts zu sagen. Die vorliegenden Untersuchungen zur Lärmemission beziehen sich nur auf die Autobahn. Hier liegt Römstedt jenseits des Bereichs mit einer nächtlichen Belastung von 45 Dezibel. Drei Teilvarianten standen für den Römstedter Abschnitt der A39 zur Auswahl, erläuterte Klewwe und zeichnete die Entscheidungsfindung nach, für die die Auswirkungen auf das Wohnen, die Tier- und Pflanzenwelt, Landwirtschaft und Verkehr ausschlaggebend waren. "Bezogen auf das Wohnen wurde keine günstige Trasse gefunden", interpretierte Klewwe die Ergebnisse, als "weniger günstig" wird die Vorzugstrasse eingeordnet. Gegen die "Masbrocker Variante", östlich von Römstedt, sprach die Verlärmung von Niendorf I, Drögennottorf und Havekost. "Welche Wege werden abgeschnitten?", war eine Frage, die Bürgermeister Lüders umtrieb. Der Medinger Weg, las er aus der Karte, werde an der Autobahn enden, die Waldgebiete im Westen würden vom Dorf "abgeschnitten": "Es gibt noch viele Knackpunkte", so sein Fazit. Ob die Gemeinde pro oder kontra Autobahn Position beziehen werde, sei aber noch nicht entschieden. Bis zum 6. Juni liegen die Unterlagen aus, bis zum 20. Juni nimmt die Gemeinde Einwendungen der Römstedter entgegen, ein Recht, von dem Gebrauch zu machen Lüders die Bürger ermutigte: "Es ist immer noch alles möglich, auch die (großräumige) Westvariante." Erschienen: 05.05.2006: AZ / 104 / Seite:6

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