Erdmenger: Zeit für Plan B / Ahrends: B 71 und Umgehungen ausbauen

A 14-Drops vorerst gelutscht

Die A 14-Brücke über die B 189 wird schon gebaut. Doch nun fließen die EU-Mittel für die Altmark-Autobahn nach Thüringen.

Salzwedel. „Die A 14 wird sich hinten anstellen müssen“, sagte gestern Christoph Erdmenger, wirtschaftspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen.

Damit kommentierte er die Meldungen, dass die für die Nordverlängerung der A 14 vorgesehenen EU-Mittel umgeschichtet worden sind und nun für den Bau der A 71 (Sangerhausen-Erfurt-Schweinfurt) genutzt werden. „Die Finanzierungsvereinbarung aus dem Jahr 2008 ist endgültig hinfällig. Die A 14 ist nun ein normales Straßenbauprojekt, das auf Finanzierung wird warten müssen“, erläutert Erdmenger die neue Lage der Altmark-Autobahn.

Doch selbst ganz hinten in der Warteschleife – 114 Projekte – für die Finanzierung durch den Bund steht es sich ganz schlecht, wenn noch kein Planungsrecht vorliegt, macht Erdmenger die prekäre Situation deutlich. „Wer jetzt immer noch behauptet, die Finanzierung der A 14 sei sicher, streut den Bürgern Sand in die Augen“, zielt der Bündnisgrüne in Richtung Landes-Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Und fordert, endlich einen Plan B zu entwickeln. Den sieht Erdmenger im Ausbau der B 189.

„Die Wahrheit bricht sich Bahn“, kommentierte gestern der Salzwedeler Uwe Ahrends von der ehemaligen Bürgerinitiative „Pro Ratio“. Die Aktiven hatten jahrelang für ein Autobahnkreuz (A 14 / A 39) in der Altmark gekämpft. Ohne Schadenfreude stellen sie fest: „Nun ist eingetreten, was die BI ,Pro Ratio’ vorausgesagt hat.“ Von vielen Aussagen in der Dokumentation „Europäische Verkehrswege – Die Altmark mittendrin“ seien nachweislich einige Tatsachen geworden, macht Ahrens deutlich. Er nennt Ross und Reiter:. „Eine davon ist die Finanzierung, eine andere die Abwanderung statt einer Zuwanderung von Bürgern.“ Auch den gestiegenen Transit-, insbesondere Schwerverkehr in und aus Richtung Hamburg, listet der ehemalige „Pro Ratianer“ auf und fordert ein Umdenken der Entscheidungsträger, „die ja in diesem Jahr wieder- oder neugewählt werden wollen“. Nicht nur für Ahrends und heißt das: „Es müssen endlich die Alternativen für die Verkehrswege durch die Altmark geprüft werden. Ein Ergebnis dabei muss mindestens der vierspurige Ausbau der B 71 mit Ortsumgehungen sein, um die Bürger und die Umwelt zu schützen.“

Von Holger Benecke

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