Sein Tor zum 3:1 gegen SVG Göttingen wird Nicolai Bäsler nie vergessen

„Ich hatte Gänsehaut pur“

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Nicolai Bäsler (rechts) stürmt in seiner vierten Saison für Teutonia Uelzen; bisher traf er 56 Mal ins Schwarze für die Blau-Gelben.

Sie landen als Schlenzer im Winkel, werden über den Schlussmann gelupft oder donnern als Direktabnahme ins Netz: Traumtore.

An allen Spieltagen auf Uelzener Sportplätzen fallen sie, doch jeder Fußballer hat in seiner Karriere sein ganz persönliches Traumtor – ob extrem schön, extrem wichtig oder extrem kurios. In dieser AZ-Serie verraten sie es. Heute: Nicolai Bäsler (Teutonia Uelzen).

 

Uelzen - von Bernd Klingebiel. „Am liebsten hätte ich alle 1328 Zuschauer umarmt“, erinnert sich Nicolai Bäsler an die Sekunden nach seinem Treffer zum 3:1 gegen die SVG Göttingen. Der Stürmer der Uelzener Teutonen entscheidet sich aber gegen einen Jubel-Marathon und taucht stattdessen mit einem Klinsmann-Diver ab vor die Füße von Trainer Achim Otte. Die Fans auf den Rängen sind begeistert.

Wir schreiben die Saison 2009/10. Teutonia hat sich als Landesligameister für die Aufstiegsrunde zur 5. Liga qualifiziert. Zum Auftakt in der Vierergruppe springt ein torloses Remis beim MTV Wolfenbüttel heraus, weder Fisch noch Fleisch. Nun muss gegen die Göttinger, die aus Niedersachsenliga in die Relegation gefallen sind, unbedingt ein Heimsieg her.

3:1 gegen Göttingen! Nicolai Bäsler auf dem Weg zum Diver...

9. Juni 2010. Ein Mittwochabend im Sportpark. Rekordkulisse, ganz Uelzen im Fußballfieber. Die Spannung ist greifbar, der Gegner sehr stark. Beyazit trifft zum 0:1 (16.). Andreas Berg gelingt überraschend der Ausgleich (27.), Till Marks sogar das Führungstor (39.). Gänsehautstimmung.

... und, zack, taucht er ab vor Trainer Achim Otte.

Teutonia legt nach dem Seitenwechsel die Unsicherheit ab und lauert auf Konter. Göttingen drängt auf den Ausgleich. Die 65. Minute. Nicolai Bäsler steht unmittelbar vor dem bisher größten Moment seiner Karriere. „Ich bin mit dem Ball im Mittelfeld losgelaufen. Doppelpass mit Dirk Funk, dann habe ich den Ball ins leere Tor eingeschoben.“ Die Vorentscheidung! Der Sportpark steht kopf! Endstand 4:2.

Der Torschütze schwärmt: „Das 3:1 wirkte wie eine Befreiung. Als der Ball im Netz zappelte, hatte ich Gänsehaut pur. Nochmals ein großes Dankeschön an alle Fans, die uns damals so klasse unterstützt haben.“ Trainer Otte wird mit dem Diver eine ganz besondere Huldigung seines Stürmers zuteil. Bäsler: „Er hatte einen Löwenanteil am damaligen Erfolg.“

Der Treffer zum 3:1 war kein Traumtor im eigentlichen Sinn, sagt Bäsler. „Aber mein 28. Tor in jener Saison war auf jeden Fall das wichtigste meiner Laufbahn, da wir nach dem 0:0 im ersten Relegationsspiel in Wolfenbüttel unbedingt gewinnen mussten, um aufsteigen zu können.“ Letztlich öffnete dieser Sieg für Teutonia die Tür in die Oberliga, die nach nur einer Saison aber wieder zuschlug. Bäsler ist der Mannschaft treu geblieben und hat für den Versuch des sofortigen Wiederaufstiegs in dieser Saison bereits sechs Tore beigesteuert.

Das Uelzener Sommermärchen mit dem krönenden Tor zum 3:1 gegen Göttingen aber bleibt für den 24-Jährigen unerreicht. Bäsler: „Ich bin sehr glücklich, mit diesem fantastischen Team den größten Erfolg im Uelzener Fußball seit 25 Jahren errungen zu haben. Ich danke Gott für dieses sensationelle Sommermärchen und denke immer wieder gern an dieses Erlebnis zurück.“ Natürlich steht eine DVD mit dem kompletten Spiel als Erinnerung im Schrank.

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