VfL stark in Stuttgart

Allofs sieht Wölfe nicht als Bayern-Jäger

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Klaus Allofs.

Stuttgart - Nur der FC Bayern hat nach zehn Spieltagen mehr Punkte auf dem Konto als der VfL Wolfsburg. Als Jäger des Rekordmeisters wollen sich die Wölfe aber (noch) nicht bezeichnen. Zumindest

Das Wort „Bayern-Jäger“ wollte Klaus Allofs nicht in den Mund nehmen. Nach dem 4:0 (2:0) des VfL Wolfsburg in Stuttgart übte sich der Manager in Zurückhaltung. „Vor zwei Wochen wäre auch keiner auf die Idee gekommen, uns in diesem Zusammenhang zu erwähnen. Wir schwenken nicht sofort um“, sagte der 57-Jährige nach dem sechsten Pflichtspielsieg nacheinander. Um dann hinzuzufügen: „Aber wir legen uns keine Einschränkung auf.“

Nach zehn Spieltagen der Fußball-Bundesliga hat Wolfsburg 20 Punkte, nur Tabellenführer Bayern besitzt mit 24 Zählern ein besser gefülltes Konto. Zumindest auf dem Platz bewiesen die Wölfe mit gnadenloser Effektivität und einem herausragenden Diego Benaglio im Tor ihre Ambitionen auf die Champions League. „Das verneine ich nicht“, sagte VfL-Trainer Dieter Hecking. Angesprochen auf den Meistertitel sagte er am Abend im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF: „Der ist noch nicht weg.“ Aber es werde „wahnsinnig schwer“, die Bayern aufzuhalten.

Armin Veh, der wegen der krassen Fehler seines Teams vor den Gegentoren offensichtlich ratlos war, sieht seinen Ex-Club jedenfalls auf dem richtigen Weg. „Ich traue dem VfL richtig was zu“, meinte er. „Ich glaube, dass sie die Chance haben, Champions-League-Teilnehmer zu werden.“

Zweimal Ivan Perisic (15./88. Minute), Robin Knoche (45.+1.) und der erneut starke Kevin De Bruyne (48.) schossen den verdienten Sieg heraus - der auf dem Papier allerdings klarer aussieht, als der Spielverlauf war. „Wenn die Partie 8:5 für uns ausgeht, dann hätte es das wohl richtiger getroffen“, meinte Hecking. „Meine Mannschaft war brutal effektiv.“ Im Gegensatz zum VfB, der mit neun Punkten weiter im Tabellenkeller steckt, nutzte der VfL gleich die erste Chance.

Wegen der seit Wochen anhaltenden Stabilität, der guten Ergebnisse und dem daraus resultierenden Spitzenplatz in der Liga durften sich die Niedersachsen am Samstag in Stuttgart viel Lob anhören. „Die positiven Resultate der letzten Wochen zeigen, dass unser Weg der Richtige ist. Dass wir im Moment da stehen, haben wir uns hart erarbeitet“, sagte Torwart Benaglio.

Ohne den Schweizer Nationalspieler im Kasten wäre der VfB wohl selbst in Führung gegangen. Doch Minuten nach der vergebenen Großchance von Martin Harnik (8.) patzten die Schwaben - und das Unheil nahm seinen Lauf. „Solche Fehler wie beim 0:1 sind nun einmal tödlich. Das kann ruhig auch einmal passieren, es passiert uns aber zu oft“, klagte Veh. „In der Pause haben wir uns vorgenommen, auf keinen Fall das dritte Gegentor zu kassieren, weil man bei zwei Toren Unterschied auch nach 80 Minuten noch was machen kann. Und was machen wir: wir kassieren direkt nach dem Wiederanpfiff das 0:3.“

Weil Perisic kurz vor dem Ende einen Konter zum 4:0 abschloss, bekam Stuttgart nun seit dem Torwartwechsel von Sven Ulreich zu Thorsten Kirschbaum 14 Gegentore in fünf Partien. „Wir haben andere Fehler gemacht. Krasse Torwartfehler habe ich heute nicht gesehen“, sagte Veh und versuchte Kirschbaum in Schutz zu nehmen. „Ich werde sicher keine Torwartdiskussion anfangen. Zumindest nicht öffentlich.“

dpa

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