Uelzen/Braunschweig - von Bernd Klingebiel. Rainer Zobel kennt die vergiftete Atmosphäre in ägyptischen Fußballstadien, wenn das Topteam von Al-Ahly Kairo gegen Mannschaften aus den Städten am Suez-Kanal antritt. Aber das, was sich bei den schweren Krawallen nach der Liga-Begegnung zwischen Al-Masri und Al-Ahly (3:1) in Port Said mit mindestens 71 Toten und mehr als 1000 Verletzten ereignete, das macht auch den in Wrestedt geborenen Trainer sprachlos: „Was jetzt passiert ist, das hat eine neue Qualität,“ sagt Zobel, der Al-Ahly Kairo von 1998 bis 2000 coachte.

Spieler von Al-Ahly Kairo fliehen nach dem Spiel in Port Said vor den anstürmenden Fans, die Steine und Flaschen auf die Anhänger der Gäste werfen und sie mit Feuerwerktskörpern beschießen. Foto: dpa
Ausschreitungen kannte der Ex-Uelzener aus seiner Zeit am Nil bisher nur von außerhalb des Stadions. „Die Fußball-Fans in Ägypten erkennen in ihrer Emotionalität ihre Grenzen nicht, sie tun das nicht aus Bosheit. Bei jedem großen Fußballspiel war viel Polizei.“ In Port -Said soll sie aber nichts gegen die anstürmenden Fanatiker unternommen haben. Zobel: „Ob diese Krawalle politisch gestreut sind, vermag ich nicht zu sagen. Aber immer wenn Al-Ahly gegen die Teams aus Port Said oder Ismailia antritt, weiß man: Jetzt wird’s gefährlich.“
Nach seiner aktiven Bundesliga-Zeit bei Hannover 96 und dem FC Bayern trainierte er unter anderem Teutonia Uelzen, den 1. FC Nürnberg, die Stuttgarter Kickers, Eintracht Braunschweig, den 1. FC Kaiserslautern, Tennis Borussia Berlin, Ittehad Alexandria, Persepolis Teheran, ENPPI und Al-Ahly Kairo, Dinamo Tiflis und zuletzt die Maroko Swallos in Johannisburg.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Facebook 'Like Box' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.