ls Uelzen-Holdenstedt.
Urplötzlich haben die Volleyballerinnen des SV Holdenstedt wieder die besseren Karten im Kampf um die Vizemeisterschaft in der Oberliga und den damit verbundenen direkten Aufstieg in die Regionalliga: Staffelleiter Bodo Thiel (Braunschweig) hat dem Konkurrenten Lehrter SV den 3:1-Sieg bei der VSG Hannover aberkannt und in eine 0:3-Niederlage mit 0:75 Bälle umgewandelt.
Das hat Auswirkungen: In der korrigierten Tabelle ist der SVH nun wieder Zweiter mit zwei Minuspunkten weniger als Lehrte. Den Aufstieg können die Holdenstedterinnen nun wieder aus eigener Kraft schaffen. Leicht wird das jedoch nicht, denn Voraussetzungen sind Heimsiege gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Nienburg und Langenhagen (25. Februar) sowie ein Erfolg beim TV Eiche Horn (10. März). Bereits bei einer Niederlage droht der abermalige Rutsch auf Rang drei, denn Lehrte hat weiterhin das bessere Satzverhältnis.
Die offizielle Begründung der Spielumwertung lautet lapidar: „Einsatz einer nicht spielberechtigten Spielerin“. Doch die Geschichte ist komplexer und etwas für Regel-Experten.
Grundsätzlich notiert das Schiedsgericht vor der Partie alle zum Kader gehörenden Akteure samt Pass- und Trikotnummern in den Spielberichtsbogen. In der Praxis werden jedoch zumindest die Trikotnummern meist von den Trainern oder Mannschaftsführern eingetragen. So tat es in der betreffenden Partie auch der Lehrter Coach und leistete – neben der Kapitänin – seine Unterschrift für die Richtigkeit.
Doch ihm unterlief ein Fehler. Seine Spielerinnen hatten sich für die zweite Partie des Tages einen frischen Satz Trikots angezogen, wobei eine Volleyballerin eine andere Nummer als in ersten Partie erwischte. Die betreffende Akteurin stand daher mit einer Trikotnummer auf dem Parkett, die nicht in der Mannschaftsliste aufgeführt war. Das Holdenstedter Schiedsgericht bemerkte den Fehler nicht direkt beim Notieren der Startsechs, sondern erst nach einigen Ballwechseln. Es wies Lehrte auf den Fehler hin. Der erste Satz wurde in der Folge als verloren gewertet und das Spiel mit dem zweiten fortgesetzt. Lehrte gewann noch mit 3:1. Doch die Hannoveranerinnen formulierten direkt nach Spielende einen Protest im Berichtsbogen. Diesem gab Thiel jetzt statt. Da der Staffelleiter die betreffende und zum Einsatz gekommene Trikotnummer keiner Akteurin zuordnen konnte, musste er konsequenterweise auf „Einsatz einer nicht spielberechtigten Spielerin“ entscheiden und die Partie mit 0:3 gegen den SV Lehrte werten.
Bei einer derartigen Entscheidung spielt es nämlich keine Rolle, ob eine Spielerin nur einen einzigen Ballwechsel oder ein ganzes Match lang mitwirkt. Hätten die Holdenstedterinnen den mutmaßlichen Schreibfehler früher bemerkt, hätte er folgenlos bereinigt werden können.
Allerdings ist auch klar, dass der SVH diesen Fauxpas nicht zu verantworten hat, da seine Schiedsrichterinnen die Namen und Nummern nicht selbst in das Dokument eingetragen haben. Der Verein muss wegen der Unachtsamkeit allerdings eine Geldstrafe von 40 Euro bezahlen.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
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