Wittingen. Das ist garantiert nichts für Weicheier, Warmduscher oder Turnbeutelvergesser. Hier sind wirklich ganze Kerle gefragt! So wie Andreas Ritter und Marco Boncini.

Ob Marco Boncini (l.) und Andreas Ritter schon wissen, was sie beim Crosslauf Braveheartbattle Anfang März im bayrischen Münnerstadt erwartet... Foto: Jansen, dpa (2)
Die beiden Ausdauersportler aus Wittingen stellen sich in diesem Jahr einer wahrlich ultimativen Herausforderung.
Einmal durch die Hölle und zurück..., heißt es für die beiden Jogger aus dem Nordkreis in wenigen Wochen. Im bayrischen Münnerstadt, rund 70 Kilometer nördlich von Würzburg, starten Ritter und Boncini beim Braveheartbattle (Sonnabend, 10. März) – einem Crosslauf über 24 Kilometer mit 45 knochenharten Hindernissen.
Schmerzen sind da eigentlich schon vorprogrammiert. Hürden oder Wände aus Strohballen sind noch die geringsten Schwierigkeiten. Ein 45 Grad steiler Hügel, eiskalte – bis zu zwei Meter tiefe – Wassergräben oder ein Teilstück, das von den Teilnehmern nur kriechend bewältigt werden kann, machen aus der Hindernisstrecke alles andere als einen angenehmen Sonnabend-Spaziergang.
Aber warum tun sich Ritter und Boncini diesen Höllenlauf eigentlich an? Vermutlich reizte die Herausforderung! „Wir sind von befreundeten Läufern aus Eldingen, die beim Braveheartbattle schon seit einigen Jahren mitmachen, gefragt worden, ob wir nicht auch einmal starten wollen. Allerdings sollten wir damals nur deren Gruppe auffüllen. Dann würde die Startgebühr für die Teilnehmer etwas günstiger“, erläutert Ritter.
Genauso unklar, wie groß das Nordkreis-Team dann sein wird, ist den beiden mutigen Männern aus Wittingen auch, was sie wirklich erwartet.
Zwar haben sich beide über den Lauf informiert. Aber wie bereitet sich man denn auf einen solchen Höllenritt vor. „Ich bin jetzt schon seit einiger Zeit im Training und absolviere rund 70 Kilometer in der Woche. Meist sind die Strecken zwischen 16 und 20 Kilometer lang“, erklärt Andreas Ritter seinen Trainingsplan.
Einen Lauf über 25 Kilometer wird er aber nur drei- oder viermal bis zum Event im März bestreiten. Wichtiger als das Ausdauerbolzen über die ganz lange Distanz ist da schon das Krafttraining im Fitness-Studio. Denn im bayrischen Hinterland kommt es nicht nur auf schnelle Beine, sondern auch auf kräftige Arme an.
Der sichere Halt ist nämlich im Wettkampf von entscheidender Bedeutung. Schon früh versperrt ein eiskalter Bach den Teilnehmern den Weg. „Wir könnten oben drüber hangeln. Je nachdem wieviele Läufer dann an dem Hindernis sind, muss es aber auch mittendurch gehen“, zeigt Ritter die Alternativen auf.
Schließlich haben die Läufer nicht ewig Zeit. „Nach fünf Stunden müssen wir im Ziel sein“, sagt Ritter, der aber zuversichtlich ist. „Ich denke, wir benötigen dreieinhalb Stunden.“
Auf nasse und kalte Füße wollen sich Ritter und Boncini schon einmal einstellen. „Wir werden hier in Wittingen auch einmal in nassen Schuhen laufen.“ Angst vor Blasen haben beide nicht. „Da müssen wir dann durch“, so Ritter, der auf ein erfolgreiches Abschneiden hofft. Nach dem Höllenlauf erleichtert im siebten Himmel!
Von Matthias Jansen

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
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