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Die TrIKotwäscher – IK-Serie mit Zeugwarten der Region: Fußball ist unser Leben, sagt Uta Dietrich vom TuS Ehra-Lessien

In Ehra: Eine hat reichlich Arbeit!

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Ehra. Dem Sommer und auch dem Winter kann Uta Dietrich nichts abgewinnen. Das liegt freilich nicht daran, dass ihr die Hitze oder Kälte so gar nicht nicht zusagen. Ihr Problem: Sowohl während der heißen wie auch der kühlen Monate wird zeitweise kein Fußball gespielt.

Die TrIKotwäscherin im Kreise ihrer Zweitfamilie: Uta Dietrich (hinten, 2. v. l.) kümmert sich rührend um den TuS Ehra-Lessien.

Die TrIKotwäscherin im Kreise ihrer Zweitfamilie: Uta Dietrich (hinten, 2. v. l.) kümmert sich rührend um den TuS Ehra-Lessien.

Und die Sommer- und Winterpause ist für die 49-Jährige die schlimmste Zeit des Jahres. „Da ist es so richtig langweilig“, meint Dietrich.

Kein Wunder: Schließlich herrscht an den übrigen Wochenenden bei der dreifachen Mutter Hochbetrieb. Uta Dietrich ist als „extrem gute Seele“ des TuS Ehra-Lessien ständig für den Club aus der 2. Kreisklasse im Einsatz. Zusammen mit Lebensgefährte Karsten Hain sorgt die TrIKotwäscherin für eine Rundumbetreuung der Kicker, die im Isenhagener Land oft ihresgleichen sucht.

Das Reinigen der dreckigen Spielkleidung ist dabei nur eine Aufgabe, die Dietrich – gewissermaßen das Mädchen für alles beim TuS Ehra-Lessien – übernommen hat.

Die Vorbereitungen auf den Spieltag beginnen bei ihr schon lange, bevor sich die Mannschaft zur Besprechung im Vereinsheim trifft. Dann wenn sich die Kicker sonntags gerade aus dem Bett zum Frühstückstisch quälen, steht Uta Dietrich häufig schon in der Küche, backt Kuchen und Waffeln für die Teamsitzung oder bepackt das eigene Auto für die Fahrt.

Denn zu den Auswärtsspielen wird der Wagen von Dietrich oder Karsten Hain zum Mannschaftsbus des TuS. Ob Arzt-, Eis- oder Trikotkoffer, Leibchen, Bälle und Getränke – alles findet im Kombi seinen Platz. Manchmal zwängt sich auch noch ein Kicker ohne Fahrgelegenheit in das gut gefüllte Vehikel.

Dabei hatte die Betreuertätigkeit vor rund 20 Jahren in ganz kleinem Umfang begonnen. Uta Dietrich, die selbst als Mittelfeldspielerin einige Jahre dem Ball beim TuS hinterherjagte, verfolgte aus ihrer Begeisterung für den Sport alle Spiele des Vereins. „Das ist mir wohl in die Wiege gelegt worden“, erzählt Dietrich, deren Vater Bruno Paukstadt mehrere Jahre in Ehra kickte.

Der Dauergast am Seitenrand wurde dann von Sebastian Patta, ehemaliger Trainer und jetziger Vorsitzender, angesprochen, ob sie nicht ein wenig mithelfen wolle. „Das war bei einem Spiel in Tiddische“, erinnert sich Dietrich, die anfangs lediglich die Spielberichte ausfüllte.

Mittlerweile hat Dietrich schon vier weitere Trainer beim TuS erlebt. Dabei wuchs ihr Aufgabenbereich immer weiter. Neben dem Material-Transport, dem Wäsche waschen, Spielberichte ausfüllen oder Getränke bereitstellen übernahm das dynamische Duo Dietrich/Hain auch schon die medizinische Abteilung der Ersten.

„Wir haben schon einige Kenntnisse gesammelt, wissen wie manche Verletzungen ver- oder abzubinden sind. Meist hilft aber auch nur der Kühlakku“, sagt Dietrich, die schon bei drei Kreuzbandrissen ihrer Kicker die Erstversorgung übernahm. „Bei schwereren Verletzungen rufen wir dann aber doch den Arzt“, tritt Ehras Allrounderin dann doch lieber etwas beiseite.

Verzichten will in Ehra aber niemand auf die Hilfe von Uta Dietrich. Sie ist: einfach unverzichtbar! „Uta ist die Beste. Die geben wir nicht mehr her“, hatte Trainer Bernd Boese letztens noch nach einer Hallentrainingseinheit gelobt.

Und auch die Mannschaft, die das Trikotwaschen aus der eigenen Kasse bezahlt, weiß ganz genau, was sie an ihrer Betreuerin hat. „Wir sind bei den Feiern der Mannschaft immer eingeladen. Die Jungs schenken mir zu Weihnachten und meinem Geburtstag immer etwas“, sagt Dietrich, die die Bindung zu ihren Kickern als besonders eng bezeichnet.

Schließlich kommt es durchaus vor, dass sie auch die private Wäsche der Spieler mitwäscht. „Ab und zu verirren sich mal Klamotten der Jungs in den Koffer. Dann rufen sie an und fragen, ob ich die Sache gesehen hätte. Und ich sage ihnen, alles fertig“, erzählt Uta Dietrich.

Weitaus länger als für das Waschen benötigte Dietrich für die Suche nach dem optimalen Pulver, um die hellen Hemden wieder sauber zu kriegen. „Ich habe einige Jahre verschiedene Mittel ausprobiert, mich immer wieder bei den Verkäuferinnen im Drogeriemarkt erkundigt. Jetzt habe ich aber das Richtige gefunden“, freut sich Dietrich auch über das Fortbestehen einer Kette mit blauen Buchstaben.

Nicht mehr von langer Dauer wird die Mitarbeit im Ausschank während der TuS-Heimspiele sein. „Das ist mir dann doch zuviel geworden“, sagt Dietrich, die in der Woche morgens um vier Uhr aufsteht, um erst die Turnhalle zu säubern und später ihren Job als Reinigungskraft anzutreten.

Nach der Winterpause wird Uta Dietrich aber bei den Heimspielen des TuS die Bewirtung wieder übernehmen. Dann gibt es neben kühlen Getränken auch wieder heiße Speisen. Ganz klar: Uta Dietrich macht Hitze und Kälte nicht soviel zu schaffen wie die spielfreie Zeit.

Von Matthias Jansen

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