Beetzendorf. Kurz vor Mitternacht leuchtete er endlich wieder. Der imaginäre Altmark-Stern über dem Fußball-Tempel von Beetzendorf. Der Diesdorfer SV hat Freitagnacht ein Stück Hallenfußball-Geschichte geschrieben.

Diesdorfs Held des Abends genießt die Höhenluft in der Beetzendorfer Halle: Thomas Griese erzielte im Endspiel beide Treffer zum 2:0-Triumph gegen den SV Langenapel. Fotos (6): Marud
Der Fußball-Kreisligist ist in die Fußstapfen des TuS Kakerbeck getreten und hat als erst zweites Team aus dem Osten den Volksbank-Hallenmasterscup vor fast 1000 (!) Zuschauern gewonnen.
Da spielten selbst die Gefühle von Hartmut Bartel verrückt. „Der Pokal ist endlich wieder im Osten“, freute sich der Turnierchef mit dem Gewinner, der sich im Finale überraschend gegen den bis dato furios aufspielenden SV Langenapel mit 2:0 durchgesetzt hatte. „Schön, dass wir den Pokal auch mal nach Osten geholt haben“, grinste Diesdorfs Co-Trainer Sven Hitzig.
In 13 Auflagen gelang dieses Kunststück zuvor nur Kakerbeck, das seit 2005 dieses Alleinstellungsmerkmal für sich beanspruchte.
Schon nach der Zwischenrunde zeichnete sich einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse ab. Fünf Altmarkteams (Langenapel, Kusey, Diesdorf, Jübar, Wenze), aber nur drei aus dem Landkreis Gifhorn (Brome, Ehra/Lessien und Ohretal) schossen sich ins Viertelfinale.
So wie schon Im Viertelfinale, wo seine Schützlinge mehr Glück vom Punkt hatten und das Überraschungsteam FC Ohretal rauskickten. „Durch die Neunmeter-Entscheidungen haben wir zur guten Stimmung beigetragen“, so der Coach des späteren Gesamtdritten (5:2 im Spiel um Platz drei gegen Brome), der von der Gänsehautatmosphäre begeistert war. „Eine geile Stimmung.“ Auch dank der Langenapeler Fans. „Sie stehen immer voll und ganz hinter uns“, lobte der SVL-Betreuer Markus Boetticher den SVL-Anhang, der erst im Finale abrupt verstummte und trotzdem seine Parkett-Helden hinterher feierte.
Auch die auf der Strecke zurückgebliebenen Mannschaften standen unter dem Eindruck des Höllenlärms in der mit fast 1000 Zuschauern voll besetzten Arena. „Es war super. In dieser Halle zu spielen, ist immer schön“, schwärmte Coach Axel Dörwald vom SV Rot-Weiß Wenze, der in der Zwischenrunde 1,3 Sekunden vor Schluss mit dem 1:1-Ausgleich das Aus des VfB Klötze besiegelt hatte, dann aber im Viertelfinale mit 0:1 an Brome scheiterte. So wie auch TSV Kusey (1:8 gegen Diesdorf).
„Was hier los war, war einfach gigantisch. So viele Zuschauer hatten wir noch nie“, war Bartel hin und weg. Zumal mit Diesdorf „eine ganz sympathische Mannschaft“ den Altmark-Fluch beendete. „Das freut mich ungemein“, so der Turniermacher.
Von Arek Marud
Fotostrecke vom Turnier

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
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