Studie der Postbank

"Wohnatlas 2016": Wie Pendler die Immobilienmärkte entlasten

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Hohe Immobilienpreise in deutschen Großstädten machen Wohnlagen im Umland attraktiver. Die Studie "Wohnatlas 2016" gibt interessante Einblicke über die Situation der Pendler.

Je höher die Immobilienpreise in den attraktiven Citylagen einer Großstadt sind, desto mehr Einwohner können oder wollen sich Wohneigentum hier nicht leisten und weichen in den "Speckgürtel" oder umliegende Landkreise aus. Hier sind die eigenen vier Wände meist deutlich günstiger zu haben. Sie pendeln dann zur Arbeit und entlasten damit auch den städtischen Immobilienmarkt ganz deutlich.

Deutschlands Pendler-Hochburgen mit überdurchschnittlich vielen Berufstätigen, die außerhalb der Stadt wohnen, sind Frankfurt (49 Prozent), Düsseldorf (40 Prozent) und Stuttgart (38 Prozent). Nach München pendeln 25 Prozent. Am wenigsten Pendler leben in Aachen: Nur sieben Prozent der Arbeitnehmer vor Ort pendeln dort von außerhalb in die Stadt.

Eine Modellrechnung in der Postbank Studie "Wohnatlas 2016" zeigt, wie stark die Wohnungspreise steigen würden, wenn nur die Hälfte der Pendler in die Städte ziehen würde. Den stärksten Preisanstieg würde mit fast 50 Prozent Frankfurt verzeichnen. In Düsseldorf, Stuttgart und Mannheim würden Wohnungen um fast 40 Prozent teurer werden.

Pendeln entspannt die Immobilienpreise

Die Studie belegt: Eine gute Anbindung des Umlandes mit öffentlichen Verkehrsmitteln führt zu sinkenden Immobilienpreisen im Stadtgebiet. Die Städte selbst sind gut beraten, diesen Entlastungseffekt zu unterstützen. Indem sie Pendlern aus dem Umland das Leben erleichtern, können sie ihre Immobilienmärkte entspannen. Eine gute Anbindung und möglichst stressfreies Pendeln halten Berufstätige, die sich im Umland niedergelassen haben davon ab, in die Stadt zu ziehen.

Je attraktiver also das Umland als Wohnort für Menschen ist, die in der Stadt arbeiten, desto weniger Druck lastet auf dem Wohnungsmarkt einer Metropole. Ein wichtiges Kriterium sind dabei die Pendelzeiten. Wo es keine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt oder die Fahrt mit dem Auto auf verstopften Straßen die Nerven strapaziert, wird der Alltag für Pendler zur Belastung.

Täglicher Stau besonders zeitraubend in Hamburg, Berlin und Köln

Die Studie zeigt, dass in großen Städten wie Berlin, Hamburg, München und Köln die Pendelzeiten generell länger ausfallen als in kleinen Städten. In Berlin dauert das Pendeln per Pkw mit 78 Minuten im Durchschnitt am längsten. In München brauchen Pendler 41 Minuten bei der Anfahrt in die Stadt.

Wo Autofahrer am längsten im Stau stehen

ots/mil

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