Verreisen mit kleinem Budget

Suche Montreal, biete München 

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Mitfahren, mitwohnen, mitsparen: Verreisen mit kleinem Budget.

München - Ebbe im Portemonnaie , aber eine Flut von Reisewünschen im Kopf?  Wir verraten Ihnen drei Tricks, wie auch ein kleines Budget bei Fernweh Linderung verschaffen kann.

MITFAHRAGENTURENDas Prinzip von kostenlosen Anbietern wie www.mitfahrzentrale.de , www.mitfahrgelegenheit.de , www.raumobil.deund www.drive2day.de ist einfach: Der Reisende gibt auf der Internetseite der Agentur Start- und Zielort sowie das gewünschte Reisedatum in eine Suchmaske ein, das System wirft in Sekunden die Verbindungen aus.
Das funktioniert nicht nur für Deutschland, sondern europaweit. Das System nennt nicht nur Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des Anbieters, sondern informiert zudem auch – je nach Agentur – über Reiseroute und Fahrpreis, ob Tiere akzeptiert werden, welche Sprachen der Fahrer spricht und ob Raucher an Bord willkommen sind. Umgekehrt kann natürlich auch ein Fahrer auf diese Art und Weise nach Mitreisenden suchen. Eine Vermittlungsgebühr fällt nicht an, der Fahrgast bezahlt lediglich die Fahrtkosten, die der Fahrer nach eigenem Ermessen erheben kann. Die Strecke München – Paris etwa gibt’s bei www.drive2day.de für 30 Euro. So billig ist kein Billigflieger.

Achtung: Einige Portale ermöglichen die Kontaktaufnahme mit dem Fahrer nur per E-Mail-Formular, weitere Daten wie die Telefonnummer müssen über eine teure 0900-Nummer freigeschaltet werden. Ob der Preis, den der Bieter für die Strecke nennt, gerechtfertigt ist, lässt sich im Zweifelsfalle mit einem Tarifrechner überprüfen, wie er z.B. unter www.mitfahrgelegenheit. deunter der Rubrik „Hilfe” zu finden ist. Er berücksichtigt Entfernung, Anzahl der Mitfahrer, aktuellen Benzinpreis und durchschnittlichen Verbrauch und nennt einen unverbindlichen Mindestpreis für die Strecke.
Für die Route Hamburg – München (780 Kilometer) werden für einen Mitfahrer 56 Euro berechnet, fahren zwei Passagiere mit, reduziert sich der Preis auf 37 Euro. Zum Vergleich: Der Normalpreis für die Bahnreise liegt bei 127 Euro. Die meisten Agenturen bieten ihren Nutzern übrigens die Möglichkeit, Fahrer online zu bewerten oder Profile abzufragen. Das hilft, böse Überraschungen zu vermeiden.

WOHNUNGSTAUSCHEinmal angekommen, lässt sich die komfortable Ferienwohnung mit Einbauküche, Farbfernseher und vielleicht sogar mit Traumblick aufs Meer plus Auto vor der Tür so richtig genießen. Zumal der Luxus fast keinen Cent kostet. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Man wird Mitglied einer Wohnungstauschorganisation wie zum Beispiel Homelink (www. homelink.de , Tel: 09503/50 30 37). Die weltweit größte Agentur, die es bereits seit über 50 Jahren gibt, hat nach eigenen Angaben bis zu 16 000 Wohnungsangebote in 75 Ländern im Programm . Aus dem Katalog oder im Internet sucht man nach einer Familie, die für ein paar Tage oder Wochen Haus oder Wohnung tauscht. Frei nach dem Motto: „Biete Montreal, suche München”.

Der Tausch funktioniert zeitgleich, aber auch zeitversetzt: Viele Häusletauscher nutzen Netzwerke wie Homelink auch zum Haushüten: Während man selbst im Urlaub weilt, gießt ein anderes Mitglied daheim die Blumen und füttert die Fische. Der Tausch selbst ist kostenlos, für die Mitgliedschaft wird bei Homelink ein Jahresbetrag von 140 Euro fällig. Intervac , der zweitgrößte Anbieter (www.haustausch.de , Tel. 07052/93 24 06) verlangt 110 Euro.

COUCHSURFINGVerreisen zum Nulltarif. Couchsurfing nennt sich das Prinzip, Netzwerke wie der Hospitality Club (http://deutsch.hospitalityclub. org/indexdeu.htm mit seinen 330 000 Mitgliedern in 200 Ländern, Couchsurfing (www.couchsurfing.org) mit 1,2 Mio Mitgliedern in 230 Ländern und Global Free Loaders (www.globalfreeloaders.com) basieren auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit: Die Mitglieder übernachten umsonst und sind dafür bereit, Ihrerseits Gäste zu beherbergen.

Ganz unproblematisch ist das nicht: Die Gefahr von Diebstählen besteht. Im besten Falle findet man aber etwas, das wesentlich wertvoller ist als eine kostenlose Urlaubsbleibe: Freundschaften über alle Grenzen hinweg. Über gemeinsame Kochabende und Gespräche mit den Gastgebern soll, so die Internetseite www. couchsurfing.org , eine bessere Welt geschaffen werden.

Frank Roczniok

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