Island: Tipps vom bayerischen Einwanderer

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Neuanfang auf der Vulkaninsel: Vor zwölf Jahren ist Helmut Grimm nach Island ausgewandert.

„Hier ist es mindestens so schön wie bei uns daheim in Bayern.“ Das Lob kommt aus berufenem Munde. Denn Helmut Grimm (62) kommt aus Fürstenfeldbruck.

Vor zwölf Jahren ist der Unternehmer nach Island ausgewandert – der Liebe wegen – und hat sich zusammen mit seiner isländischen Frau Katrin in Reykjavik eine neue Existenz aufgebaut.

Helmut Grimm liebt jeden Quadratkilometer seiner Wahlheimat. „Im Norden bei Akureyri und Husavik kann man Skifahren, im Osten haben wir traumhafte Gletscher zum Wandern, im Westen Fjorde zum Fischen und im Süden, an der Küste bei Vik, da kannst du einfach die Seele baumeln lassen.“

Hin und wieder fährt er mit seiner Familie mit dem Jeep ins Hochland zu den warmen Quellen und Wasserfällen, wandert und übernachtet in Hütten oder auf dem Bauernhof von Verwandten in Hvolsvöllur am Fuße des Eyjafjallajökull.

Denen hat der Vulkan in den letzten Wochen ganz schön eingeheizt. Grimm und seine Frau dagegen bekamen von dem großen Ausbruch am 14. April in ihrem Haus im 130 Kilometer entfernten Reykjavik gar nichts mit. „Bei uns in der Stadt war nichts zu spüren.“ Gegen ein Uhr nachts wurden die Grimms von den am Vulkanfuß lebenden Verwandten telefonisch von dem Ausbruch informiert. Katrins Bruder und seine Familie wurden evakuiert. Doch sie kehrten wie die meisten anderen betroffenen Bauern schon am Tag danach auf ihre Höfe zurück und begannen damit, die bis zu 20 Zentimeter dicke Lavaschicht zu entfernen, bevor Regen die feine schwarze Asche zu Zement werden ließ. „Dabei halfen jede Menge Freiwillige aus den umliegenden Gemeinden. In solchen Fällen stehen die Isländer zusammen wie eine große Familie“, sagt Katrin Grimm. Sie ist am

Rande des Eyjafjallajökull aufgewachsen und fürchtet sich nicht vor dem Vulkan: „Wir kennen die Natur und wissen, was da kommt. Wir haben manchmal auch in Reykjavik Erdbeben. Wir machen uns nicht verrückt. Schon die Kinder werden in der Schule vorbereitet und unsere Experten vom Zivilschutz, der Bergwacht und die Vulkanologen alarmieren die Bevölkerung rechtzeitig. Da haben wir volles Vertrauen.“ Für welchen Reisetyp ist Island ideal? Darauf antwortet Helmut Grimm ganz spontan: „Für alle, die naturverbunden sind“, sagt er im tiefsten Bayerisch. Und listet auf: „Man kann hier einfach alles machen. Wandern, radeln, zelten, reiten, auf Gletscherexkursion gehen, Lachse angeln oder im Sommer bis nach Mitternacht golfen. Es wird ja dann nicht dunkel.“ Sein besonderer Tipp: eine Rundfahrt auf der südlich vor Island gelegenen Insel Vestmannaeyjar. „Da gibt es tausende von

Papageienvögeln.“ Auch von der isländischen Küche schwärmt der Bayer, vom Lamm, dem Fisch und auch vom guten einheimischen Bier. Ihren Sommerurlaub verbringen die Grimms allerdings auf einer anderen Vulkaninsel: Nach einem Abstecher in die alte Heimat Fürstenfeldbruck geht’s in die Wärme nach Fuerteventura. Die Kanareninsel war allerdings letzte Woche zeitweise für den Flugverkehr gesperrt – wegen der Aschewolke aus Island…

U.F.

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