Butler: Unter einem Dach mit den Superreichen

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Die oberste Devise eines Butlers ist Diskretion 

Berlin - Butler sind wieder in Mode. Vor allem in England und der arabischen Welt sind sie gefragt. Aber auch deutsche Superreiche haben Bedarf. Die oberste Berufsregel heißt Diskretion.

James ist wohl der bekannteste aller Butler. Den Diener aus dem Sketch “Dinner for one“ lieben Fernsehzuschauer auf der ganzen Welt. James serviert an jenem Abend ein mehrgängiges Menü und kippt stellvertretend für geladene, aber inzwischen verstorbene Gäste einen Drink nach dem anderen. Nebenbei flirtet er mit Miss Sophie, der 90-jährigen Hausherrin.

Der Sketch überzeichnet das Bild des Berufs. Im realen Leben haben Butler andere Aufgaben. Hoch qualifizierte Diener sind vor allem in Großbritannien und der arabischen Welt gesuchte Kräfte. Sebastian Hirsch arbeitete selbst als Butler, bevor er 2006 eine Agentur für Hauspersonal gründete. “Ohne Lust zu Dienstleistungen findet man keine Freude am Beruf“, sagt er. Denn Butler sollen für angenehme Tage der Arbeitgeber sorgen und deren Haushalt leiten.

Ein Butler ist der gute Geist des Hauses

“Der Butler muss gut planen können, sonst verliert er den Überblick“, sagt Mark Di Frangia. Der gebürtige Amerikaner dient seit rund 20 Jahren in Deutschland. Als Butler ist der 58-Jährige bei Reisen seiner Arbeitgeber mit von der Partie. Oft macht er auch die Aufgaben eines Privatsekretärs.

Der Butler muss gesellschaftliche Situation perfekt meistern können. Er redet Herrschaften korrekt an und komplimentiert notfalls unerwünschte Gäste hinaus. Weltgewandtheit und mehrere Sprachen sind dafür entscheidend, sagt Di Frangia. Ein Butler bewegt sich ein bisschen wie ein guter Geist - unaufdringlich, aber stets zur Stelle.

“Leider ist Etikette in Form der alten Schule immer weniger in unserer heutigen Gesellschaft zu finden“, sagt Karsten Lachmann. Der 45-Jährige mit langer Karriere in der Hotellerie arbeitet seit mehreren Jahren als Butler. Erfahrungen aus der Hotellerie oder als Flugbegleiter sind für angehende Butler unverzichtbar. Eine Butlerschule verleiht den nötigen Schliff.

Auch Anfragen für "Female"-Butler

Deutsche Bewerber müssen dafür allerdings ins Ausland. Hierzulande existiert keine solche Schule. Einrichtungen in Großbritannien, in Valkenburg in den Niederlanden, in Florida in den USA sowie in Milnerton und Stellenbosch in Südafrika genießen einen guten Ruf. Die Kurse dauern oft wenige Monate und bieten Programme mit schriftlichen und praktischen Arbeiten und Seminaren.

Adelshäuser, Industrielle und Manager stellen Butler ein. Auch in Luxushotels oder auf Yachten finden Diener Arbeit. “Der Arbeitsmarkt für seriöse, hoch qualifizierte Diener expandiert“, hat Hirsch beobachtet. “London ist zurzeit ein Eldorado für Butler.“ Auch in der arabischen Welt reißt man sich um sie. Grundsätzlich ist der Butlerberuf eine Männerdomäne, es gibt aber immer wieder Anfragen für “Female-Butler“, sagt Hirsch.

dpa

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