Leiden für ein Lächeln

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Liegen voll im Trend: Im europäischen Durchschnitt tragen 40 bis 50 Prozent der Kinder eine Zahnspange, in Deutschland sind es rund 60 Prozent.

Wenn die Milchzähne ausfallen und die Zahnfee zum letzten Mal da war, wird es spannend für Kinder und Eltern. Denn nicht jedes Kind hat nach dem Zahnwechsel ein gleichmäßiges Gebiss. Mit Hilfe einer Zahnspange lässt sich ein perfektes Lächeln erreichen. Mancher muss dafür tief in die Tasche greifen. Denn für kosmetische Korrekturen kommt die Krankenkasse nicht auf.

4000 bis 5000 Euro werden für eine Zahnregulierung fällig, die sich über zwei bis drei Jahre hinzieht. Waren Zahnspangen früher häufig Grund für Schamgefühle, hat sich das geändert. Klammern liegen bei Jugendlichen voll im Trend. Seit einigen Jahren steige die Zahl der Zahnspangenträger, sagt Stephan Gill, Sprecher der AOK Hessen. Als Gründe vermutete er ein größeres ästhetisches Bewusstsein für die Zahngestaltung und eine bessere zahnärztliche und kieferorthopädische Versorgung.

Bei Mädchen beliebt

Dass Zahnspangen inzwischen sogar schick sind, stellte Zahnarzt Markus Nolte aus Homberg fest. Besonders bei Mädchen seien Klammern beliebt, aber es gäbe auch Kinder, die sie ablehnten.

Doch nicht immer sei eine Zahnspange medizinisch notwendig, erklärte der Zahnarzt. Schöne Zähne seien vielen Patienten wichtig für ihr Erscheinungsbild. Und schiefe Zähne könnten auch gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Stehen die Zähne beispielsweise zu dicht zusammen, können sie nicht mehr richtig gereinigt werden. Zahnstein und Karies sind die Folge. Stehen die Zähne nicht am richtigen Platz oder haben nicht die richtige Höhe, entstehen Kiefergelenksprobleme. „Am Kiefergelenk hängt der ganze Mensch“, erklärte Zahnarzt Markus Nolte. Sogar Kopfschmerzen können daher rühren. In solchen Fällen sei eine Zahnspange auch bei Erwachsenen sinnvoll. Das beste Alter für eine Zahnregulierung sei mit zehn bis elf Jahren, wenn sich nach dem Zahnwechsel zeige, ob genug Platz im Kiefer ist. Drei Viertel seiner Patienten tragen feste, die anderen herausnehmbare Zahnspangen. Welche Klammer in Frage kommt, richtet sich nach den Fehlstellungen der Zähne.

Mit einer festen Spange kann jeder einzelne Zahn in die gewünschte Position gebracht und Kieferfehlstellungen können korrigiert werden. Auch hängt der Erfolg der Behandlung nicht von der Tragehäufigkeit ab, da die Spange fest mit den Zähnen verbunden ist. Wichtig dabei ist die Zahnpflege. Die macht etwas mehr Mühe. Außerdem rät der Zahnarzt, harte und klebrige Nahrungsmittel zu meiden.

Feste Spange

Auf jedem Zahn werden Halter (Brackets) geklebt, an denen mit Gummibändern ein Metallbogen befestigt wird. Mit dem Bogen und den Gummis wird Druck auf die Zähne ausgeübt, um sie in Position zu bringen. Im Verlauf der Behandlung werden Bögen und Gummis zwölf mal ausgetauscht, und der Zahnstellung angepasst. Im Anschluss an die feste Klammer hält eine lose Klammer die Zähne noch so lange in Form, bis sie wieder fest im Kiefer sitzen und sich nicht mehr verschieben.

Herausnehmbare Spange

Der Erfolg der losen Zahnspange richtet sich nach der Tragedauer und dem Alter des Patienten. Befindet sich der Kiefer im Wachstum, kann die Spange schiefe Zähne in Ordnung bringen. Bei komplizierten Befunden bietet die feste Spange mehr Behandlungsmöglichkeiten. (yma)

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