Kunstgelenk? - Sieben Fragen zur Endoprothetik

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Das Knie behandeln und wieder mobil sein.

Schwimmen oder Radfahren - ein neues Gelenke soll vor allem eine neue Lebensqualität schaffen. Patienten wollen aktiv sein und auch weiter Sport treiben. Experte Dr. Rüdiger Neitzel beantwortet wichtige Fragen zum Thema "Kunstgelenk".

Welche Gelenke können durch ein Implantat ersetzt werden?

Die häufigsten Operationen werden am Hüftgelenk und Kniegelenk vorgenommen. Ferner gibt es sehr gute Implantate für das Schultergelenk, für das Ellenbogengelenk und auch für das Sprunggelenk. Kleine Implantate stehen auch für die Behandlung der Fingergelenke und des Handgelenkes zur Verfügung.

Welches sind die häufigsten Ursachen, die zum Gelenkverschleiß führen?

Für das Hüftgelenk sind die häufigsten Diagnosen die Arthrose, die rheumatoide Arthritis oder die Hüftdysplasie, die zu einem Verschleiß des Gelenkes führen. Beim Kniegelenk spielen Beinachsenfehlstellung wie das O- oder X-Bein oder Kapsel-Band-Instabilitäten, wie sie bei Rissen des vorderen Kreuzbandes und nach Meniskusverletzungen sehr häufig vorkommen, eine entscheidende Rolle. Bei beiden Gelenken spielen auch Frakturen eine Rolle, die zu einer Arthrosesituation führen können.

Wann ist eine Operation notwendig?

Eine Operation ist immer dann notwendig, wenn alle konservativen, spricht nicht-operativen Behandlungsverfahren wie Injektionstherapie, Physiotherapie, Orthesen und Einlagenversorgung erfolglos durchgeführt wurden. Wenn der Patient eine deutliche Bewegungseinschränkung, einen aktiven Belastungs- und einen quälenden Ruheschmerz hat, dann ist der Zeitpunkt für eine Operation gekommen.

Wie häufig werden Operationen durchgeführt?

In Deutschland werden ca. 200.000 Hüftgelenke, 150.000 Kniegelenke und 20.000 Schultergelenke pro Jahr implantiert. Für das Hüftgelenk stehen zementfreie und zementierte Versionen zur Verfügung, d. h. das Implantat wird in den Knochen zementfrei pressfit eingebaut, während am Kniegelenk fast ausschließlich zementierte Versionen zum Einsatz kommen.

Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der Durchführung von Operationen?

Ja, hier gibt es Unterschiede. Besonders am Kniegelenk zeigt das weibliche Knie eine deutlich andere Anatomie. Dies berücksichtigen spezielle Implantate, die auf die besondere Anatomie der Frau eingehen und hier evtl. eine günstigere, langfristigere Situation schaffen.

Wie kann der junge Patient versorgt werden?

Für jüngere Patienten bestehen besonders am Hüftgelenke sog. Hüftkopfkappenprothesen zur Verfügung. Sie erhalten den Schenkelhals und den Hüftkopf vollständig und überkronen den Gelenkpartner am Beckenknochen und Hüftkopf.

Welche Rolle spielen minimalinvasive (MIS) Operationsmethoden?

Die MIS-Operationstechniken haben sich besonders an der Hüfte weitgehend bewährt und auch etabliert. Sie führen durch schonendere Behandlung der Muskeln und der Sehnen am Hüftgelenk zu einem besseren Frühergebnis und ermöglichen dem Patienten eine schnellere Wiederherstellung der Funktion und der Kraft. Hier wird mit speziellen Instrumenten und Implantaten gearbeitet, um so mit dem kleinstmöglichen Hautschnitt auszukommen und das Hüftgelenk zu ersetzen.

EXPERTE

Experten Dr. Rüdiger Neitzel

Dr. med. Rüdiger Neitzel ehemals Profispieler in der Bundesliga und der Nationalmannschaft
Sportliche Erfolge: - Deutscher Meister 1985, 1988 - Deutscher Pokalsieger 1985, 1991 - Europacupsieger 1992 - Silbermedaille Olympische Spiele in Los Angeles 1984 - Teilnahme an 124 Länderspielen.
Heute ist Dr. med. Rüdiger Neitzel Facharzt für Orthopädie, Sporttraumatologie, Chirotherapie Besondere Qualifikationen: Rettungsdienst, Strahlenschutz, Säuglingssonographie, Artho- und Weichteilsonographie, Physikalische Therapie, spezielle Schmerztherapie. Niedergelassen in einer Praxisklinik am Flughafen München

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