Inkognito-Modus des Browsers schützt nicht vor Spionage

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User können ihr Surfverhalten nur schwer geheimhalten. Tor-Netzwerke bieten zumindest einen gewissen Schutz. Foto: Jens Kalaene

Berlin (dpa/tmn) - Manchmal verspricht der Name mehr, als er hält. Browser wie Firefox und Chrome bieten ihren Nutzern eine Inkognito- oder Privatmodus genannte Funktion an. Doch diese bewahren User nicht vor dem Ausspionieren durch Internetfirmen und Geheimdienste.

Entgegen einer häufig vertretenen Meinung schützt der Inkognito-Modus von Browsern nicht gegen das Ausspionieren der eigenen Surfgewohnheiten. Diese Funktion ermöglicht nur Surfen ohne das lokale Speichern von Daten. Darauf weist der Expertenblog " 9to5google.com" hin. Der Inkognito-Modus legt nur fest, dass der Browser keine Aufzeichnungen über besuchte Webseiten, Suchanfragen oder heruntergeladene Dateien speichert. Auch Cookies und temporäre Internetdateien werden nicht dauerhaft gespeichert. Vor einer Verfolgung des Surfverhaltens durch Internetanbieter, Werbenetzwerke oder Geheimdienste schützt der Inkognito-Modus nicht.

Hintergrund ist ein Interview mit Google-Chef Eric Schmidt während einer Veranstaltung des Cato Instituts in der US-Hauptstadt Washington. In dem auf der Webseite "c-span.org" abrufbaren Video rät Schmidt Internetnutzern, die Sorge vor der Verfolgung ihrer Netzaktivitäten durch US-Behörden hätten, zum Einschalten der Inkognitofunktion. Tatsächlich kann auf diese Weise aber nur verhindert werden, dass andere Nutzer des gleichen Computers sehen, was man sich im Internet angeschaut hat - worauf sowohl Firefox als auch Chrome bei der Aktivierung hinweisen.

Kompletter Schutz gegen eine Verfolgung der eigenen Aktivitäten im Internet ist schwierig. Die Nutzung des Tor-Netzwerks bietet einen gewissen Schutz. Hierbei wird der eigene Datenverkehr über eine Vielzahl verschlüsselnder Server umgeleitet, so dass eine Verfolgung des Ursprungsrechners nur sehr schwer möglich ist. Allerdings häufen sich in letzter Zeit Angriffe auf das Anonymisierungsnetzwerk. Immerhin die Verfolgung durch Werbenetzwerke lässt sich über geeignete Browsererweiterungen einschränken. Dazu zählen etwa der von der US-Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation veröffentlichte "Privacy Badger" ( Chrome, Firefox) oder Erweiterungen wie " Disconnect", " DoNotTrackMe" oder " Blur".

C-Span Video (engl./ca. Minute 25)

Bericht auf 9to5google.com (engl.)

Bericht auf dailydot.com (engl.)

DoNotTrackMe für Firefox

Blur für Chrome (eng.)

Privacy Badger für Chrome (eng.)

Privacy Badger für Firefox (eng.)

Disconnect für Firefox (eng.)

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