Der Raumgleiter

Toyota Auris Touring Sports

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Der Auris Touring Sports wurde eigens für den europäischen Markt konstruiert

Nein, ein GTI-Jäger ist er definitiv nicht. Auch kein Kurvenräuber. Doch das strebt Toyota mit seinem jetzt auf Mallorca präsentierten Auris Touring Sports auch nicht an. Was der Japaner dann ist?

Ein pragmatischer Kombi mit Platz. Ein Straßengleiter, dessen Besitzer Wert auf Funktionalität, Umweltverträglichkeit und Verbrauch legt. Und er soll, so die grundlegende Philosophie von Akio Toyoda – Toyota-Chef und Enkel des Firmengründers – für alle Autos, seinem Fahrer ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Gelingt das? Der Erstkontakt:

Quadratisch, praktisch, aufgeräumt – das Cockpit des Hybriden

Optisch wirkt das jüngste Mitglied der Toyota-Familie unaufgeregt, aber modern. Bis zur C-Säule ist er ohnehin identisch mit dem Schrägheck-Auris. Markant sind in der Seitenlinie die drei einzelnen schwarz getönten Scheiben. Das hat was. Optional ist ein 1,55 Meter langes und 96 Zentimeter breites Panorama-Glasdach zu ordern – das sorgt im Innenraum für ein luftiges Ambiente. Innen ist der Auris gewohnt gut verarbeitet. Wer pragmatisches Ambiente ohne Schnickschnack mag, fühlt sich sofort wohl. Alle Knöpfe und Hebel sitzen am rechten Platz, lassen sich intuitiv bedienen. Einzig das Navigationssystem (ab der mittleren Ausstattungsvariante serienmäßig, sonst 550 Euro Aufpreis) bereitete uns Kopfzerbrechen. Hier muss sich der Fahrer konzentrieren, um den rechten Weg zu finden. Ein Mehr an Kommunikation und Präzision wären wünschenswert.

Angenehm ist die tiefe Ladekante, die zehn Zentimeter niedriger als beim normalen Auris ist. Der Kofferraum bietet gut zwei Meter Länge und ein starkes Volumen von bis zu 1658 Litern bei umgeklappter Rückbank – auch bei der Hybridversion. Das gelingt, weil die Batterie unter den Rücksitzen verbaut wurde.

Das Hybrid Modell mit Heckklappe macht die Auris-Familie komplett.

Bei den Motoren hat der Kunde die Wahl zwischen zwei Benzinern und zwei Dieseln mit einem Leistungsspektrum von 99 PS bis 124 PS. Und erstmals in einem Kombi der Kompaktklasse wird zudem ein Vollhybrid angeboten. Die Kombination aus Otto- und Elektromotor mit einer Systemleistung von 136 PS reduziert laut Hersteller den Verbrauch auf 3,7 Liter je 100 Kilometer bei 85 Gramm CO2. Im Test erreichten wir das freilich nicht: Nach rund 130 Kilometern Fahrt durchs Hinterland Mallorcas lag der Verbrauch bei 5,7 Litern, wobei wir den Wagen keinesfalls schonten. Die Stadt ist seins, ebenso die Landstraße. Auf der Autobahn lässt es sich bei rund 120 km/h angenehm dahingleiten – und ja, das zaubert ein entspanntes Lächeln ins Gesicht. Schnelle Überholmanöver mag er hingegen nicht so gern. Ein bisschen mehr Puste würde ihm hier gut stehen.

Toyota Auris Touring Sports jetzt als Hybrid

Toyota Auris Touring Sports jetzt als Hybrid

Die Basisversion mit 99-PS-Ottomotor kostet 17.150 Euro. Den Hybriden gibt es ab 24.400 Euro mit stufenlosem Automatikgetreibe in der mittleren Ausstattungsvariante Auris Touring Sports Life. Er ist damit 150 Euro günstiger als der vergleichbar ausgestattete Diesel mit 124 PS.

Katrin Basaran

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