Sicherheitssysteme von Volvo

Schwedische Lebensretter

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Zahlreiche Radar- und Kamerasysteme kommen bereits im neuen V40 zum Einsatz.

Die Unfälle im Straßenverkehr wegen Unachtsamkeit von Autofahrern und Passanten sowie Kollisionen mit Wild haben zugenommen. Der schwedische Autobauer Volvo reagiert mit neu entwickelten Sicherheitstechniken.

Einige davon haben wir im Volvo-Testzentrum bei Göteborg bereits getestet.

Fußgänger-Erkennung bei Dunkelheit:

Die Fußgängererkennung funktioniert künftig auch bei Dunkelheit u.a. mit Hilfe akustischer Signale.

2011 kamen auf deutschen Straßen etwa die Hälfte aller getöteten Passanten bei Dämmerung oder Dunkelheit ums Leben. Volvos neue hochsensible Radar- und Kamerasysteme können jetzt auch bei extrem schlechten Lichtverhältnissen Hindernisse wie Fußgänger und Radfahrer erkennen. Bei unserer Testfahrt in einem XC90 mit Standlicht in einem dunklen Militärbunker kostet es freilich große Überwindung, bei Tempo 40 angesichts der plötzlich vor uns auftauchenden Dummy-Puppe gar nicht zu reagieren. Das Sicherheitssystem erkennt das Hindernis, gibt optisch und akustisch Alarm und unser Volvo legt vor dem Dummy ohne unser Zutun eine Vollbremsung hin. Ein Zusammenstoß wird so bis zu Geschwindigkeiten von 40 km/h vermieden. Bei höherem Tempo werden Aufprall und Verletzungsrisiko durch eine Notbremsung vermindert. Ab 2014 kommt das System im XC90 serienmäßig zum Einsatz.

Automatische Tier-Erkennung:

Elchtest: Die automatische Tiererkennung warnt vor Wildwechsel

Das Radar- und Kamerasystem soll ab 2015 erstmals auch vor Wildwechsel warnen – bei Tag und Nacht! Größere Tiere wie Elche, Rehe oder Wildschweine werden über eine Distanz von mehr als 30 Metern erkannt. Läuft das Tier vors Auto und der Fahrer reagiert nicht auf den akustischen Warnton, wird die Geschwindigkeit automatisch reduziert, um das Verletzungsrisiko bei einem Aufprall zu verringern.

Spurkontrolle mit Lenkas­sistent:

Neu, spektakulär und ab 2014 optional im XC90 zu haben. Der Spurhalteassistent erkennt den Fahrbahnrand auch ohne eine Markierung und registriert, ob das Auto z.B. wegen Ablenkung des Fahrers oder gar Sekundenschlaf von der Fahrspur abdriftet. Wir simulieren den Ernstfall, steuern das Testfahrzeug mit Tempo 70 leicht in Richtung Leitplanke und lassen das Steuer los: Statt eines Crashs mit der Leitplanke bremst unser Volvo etwas ab und wird wie von Geisterhand in die Fahrspur zurückgebracht.

Stauassistenz mit Lenkunterstützung:

Die Unfallgefahr im Stau und Kolonnenverkehr wird ab 2014 im neuen XC90 serienmäßig weiter reduziert: Auf Knopfdruck koppelt sich der Volvo an das vorausfahrende Auto und folgt diesem mit einem Sicherheitsabstand. Neu dabei: Durch einen weiteren Befehl fährt das Auto ohne Zutun des Fahrers auch durch Kurven hinter dem Vordermann her.

Car-2-Car-Kommunikation:

Neuen Autos sollen ab 2016 unabhängig vom Fabrikat Sicherheitsinfos automatisch übermittelt werden. Beim Test lösen Pannenfahrzeuge sowie Rettungs- oder Polizeifahrzeuge hinter Bergkuppen stehend ein Warnsignal auf dem Tacho aus. Praktisch auch der Grüne-Welle-Ratgeber: Der teilt uns vor einer roten Ampel exakt per Sekundenzähler auf dem Tachodisplay mit, wann die Ampel auf grün springt und bei welcher Geschwindigkeit wir fortan „grüne Welle“ haben.

Selbst parkendes Auto:

Der Volvo gehorcht seinem Besitzer per Fingerdruck beim Ein- und Ausparken. Durch Aktivierung einer speziellen App auf dem Handy sucht sich unser Volvo auf einem Parkplatz ohne unser Zutun problemlos einen freien Platz und fährt eigenständig rückwärts in die Parklücke. Nach dem Einkauf holt er uns wieder an unserem Standort ab. Der Zulassungstermin ist allerdings noch offen …

Crashtests: Im Sicherheits-Labor von Volvo

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Heinz Wilhelm

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