Wulff: Katholische Kirche soll Zölibat überdenken

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Bundespräsidentschaftskandidat Christian Wulff (hier mit dem Hildesheimer Bischof Norbert Trelle) ist gläubiger Katholik.

Berlin - Die katholische Kirche soll nach Auffassung des Bundespräsidentschaftskandidaten Christian Wulff den Zölibat überdenken.

Es gebe viele, die hervorragende Priester wären, sich den Anforderungen des Zölibats aber nicht gewachsen fühlten. “Auf sie sollte die Kirche nicht verzichten“, fügte der stellvertretende CDU-Vorsitzende hinzu.

Wulff forderte angesichts des Skandals um den zurückgetretenen Augsburger Bischof Walter Mixa von der katholischen Kirche rückhaltlose Aufklärung: “Die katholische Kirche muss Missstände beseitigen, für die Schuldigen Konsequenzen ziehen und für die Zukunft Vorkehrungen treffen, dass sich so etwas nicht wiederholt“, zitiert das Blatt den niedersächsischen Ministerpräsidenten weiter. Wenn die Kirche keinen dauerhaften Bedeutungsverlust erleiden wolle, dürfe nichts vertuscht oder verharmlost werden.

“In der katholischen Kirche muss es eine stärkere Debatte über die Rolle der Frau und Ämter für Frauen geben, diese sollte auch den Zölibat nicht aussparen“, sagte der von Union und FDP benannte Bewerber der “Bild am Sonntag“ laut einem Vorabbericht von Samstag.

Bezüglich seines eigenen Glaubens sagte Wulff dem Bericht zufolge: “Mir gibt der Glaube ein Wertegerüst, Orientierung, Bindung und das Vertrauen, dass da etwas über uns ist, dass es eine Letztverantwortung und eine Perspektive über den Tod hinaus gibt“.

apn

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