USA: Erste Luftangriffe auf Libyen waren Erfolg

+
Ein F-18-Kampfjet fliegt am Sonntag über die Nato-Luftwaffenbasis im italienischen Aviano.

Washington - Die USA haben die erste Welle von Luftangriffen auf militärische Ziele in Libyen am Sonntag als Erfolg bezeichnet.

Sämtliche Flugzeuge der alliierten Kräfte seien sicher zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt, die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi seien “isoliert und durcheinander“, teilte das Pentagon mit. Zudem gebe es keine Belege für zivile Opfer.

Nach ersten Angriffen mit Marschflugkörpern von britischen und amerikanischen Schiffen am Samstagabend hatten am Sonntag Kampfjets und Langstreckenbomber der amerikanischen Streitkräfte libysche Bodentruppen und die Luftabwehr beschossen. Vor allem die Angriffe auf Stellungen von Boden-Luft-Raketen, die eine ernste Gefahr für Flugzeuge in mittleren und höheren Höhen dargestellt hätten, seien effektiv gewesen, sagte der US-Vizeadmiral William Gortney vor Journalisten in Washington.

Katar will mitmachen - Gaddafis Tod nicht Ziel

An dem Militäreinsatz in Libyen will sich auch der arabische Golfstaat Katar beteiligen. Das gab US-Vizeadmiral Gortney ebenfalls in Washington  bekannt.

Welche Aufgaben Katar übernehmen werde, sagte es allerdings nicht. Die USA hatten immer betont, selbst eine eher symbolische Beteiligung arabischer Staaten an dem Waffengang sei überaus wichtig.

Zugleich machte Gortney klar, dass sich die Angriffe nicht gegen den Diktator Muammar al-Gaddafi als Person richten. “Gaddafi steht nicht auf unserer Zielliste“, sagte er im Pentagon vor den Toren Washingtons.

Militärschlag gegen Libyen: Die Bilder

Militärschlag gegen Libyen: Die Bilder

Am Sonntag hätten US-Tarnkappenbomber ein Flugfeld angegriffen. Amerikanische, britische und französischen Kampfjets beschossen den Angaben zufolge zudem Einheiten der Streitkräfte Gaddafis in einem Gebiet rund 15 Kilometer südlich der Rebellenhochburg Bengasi. Weitere Angriffe auf Stellungen der libyschen Luftabwehr seien nicht auszuschließen, sagte Gortney. Er betonte, dass die militärische Operation nicht speziell auf Gaddafi abziele.

London: Skepsis über neue Waffenruhe in Libyen

Großbritannien hat die erneute Ankündigung einer Waffenruhe von libyscher Seite mit Skepsis aufgenommen. Als am Freitag erstmals eine Waffenruhe von der libyschen Führung verkündet worden sei, sei diese wenige Stunden später gebrochen worden, hieß es von der Downing Street. “Wir haben am Freitag gesagt, dass wir Gaddafi nicht an seinen Worten, sondern an seinen Taten messen“, verlautete aus Regierungskreisen. Dies gelte weiterhin.

Auf der britischen Airforce-Basis Marham im englischen Norfolk wurden am Sonntag erneut abhebende Kampfjets beobachtet. Bereits am Samstag waren Tornado-Kampfflugzeuge von Norfolk aus in Richtung Libyen gestartet. Sie mussten von begleitenden Tankflugzeugen auf den bis zu acht Flugstunden des Hin- und Rückweges insgesamt viermal betankt werden. Die Flugzeuge sollen künftig von einer Basis in Süditalien nur eine halbe Flugstunde von Libyen entfernt starten.

Westerwelle: Keine deutsche Beteiligung am Libyen-Krieg

Deutschland lehnt eine Beteiligung am Libyen-Krieg weiterhin klar ab. “Da werden keine deutschen Soldaten hingeschickt“, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Sonntag im ZDF-“heute journal“. Es bestehe die Gefahr, dass die Bundeswehr in dauerhafte Auseinandersetzungen verwickelt werde. Genau deshalb sei die Enthaltung im UN-Sicherheitsrat nicht schwer gefallen.

Zugleich mahnte Westerwelle, ein Nein zu einem Kampfeinsatz mit Tatenlosigkeit gleichzusetzen. Es gebe noch andere Möglichkeiten zu verschärften Sanktionen wie ein umfassendes Wirtschafts- und Ölembargo. Daher solle man der Regierungskoalition auch in laufenden Wahlkämpfen keine unlauteren Motive unterstellen.

dapd/dpa

Kommentare