US-Botschafter: Deutsche sollen für Euro kämpfen

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Der Botschafter der USA in Deutschland, Philip Murphy

München - Der Botschafter der USA in Deutschland, Philip Murphy, hat den Deutschen geraten, für die Rettung der Eurozone einzutreten.

Im Interview mit dem "Münchner Merkur" (Mittwochsausgabe) sagte Murphy: "Der Euro ist eine wunderbare Sache - und gerade Deutschland hat davon sehr profitiert." Der Diplomat plädierte außerdem für eine enge Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA bei der Bewältigung der Krise. "Wir müssen mehr miteinander kommunizieren, uns beraten - und uns gegenseitig aufrichten." Zuvor hatte bereits US-Präsident Barack Obama die Euro-Länder zum entschlossenen Handeln gegen die Schuldenkrise aufgefordert.

Chronologie der Schuldenkrise im Euroland

Euro-Schuldenkrise - Eine Chronologie

Der Diplomat und frühere Investmentbanker Murphy zeigte im "Merkur" Verständnis gegenüber den Sorgen der deutschen Bürger angesichts der Pläne für die Rettung des hochverschuldeten Griechenlands. Er betonte jedoch: "Das Geld, das heute für die Eurozone-Rettung ausgegeben wird, ist nicht aus dem Fenster geworfen." Dieses Geld sei eine "Versicherung", die Deutschland abschließe um eine Währung zu bewahren, die außerordentlich gut sei für das Land. "So schwierig und schmerzhaft die Rettung der Eurozone auch ist – sie ist die Mühe wert."

Murphy riet den Euro-Ländern außerdem dazu, bei der Bekämpfung der Euro-Krise eine gemeinsame Strategie zu entwickeln und mit einer Stimme zu sprechen. Dem Münchner Merkur sagte er: "Die Idee einer Währungsunion in Europa ist eine großartige! Ich denke nur, die Krise zeigt, dass eine gemeinsame Währung allein nicht ausreicht. Es muss zwischen den europäischen Staaten mehr Koordination, mehr Harmonisierung geben."

mm

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