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Anschlag in Istanbul: Leichen der Opfer werden am Samstag überführt

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Bei dem Anschlag in Istanbul waren zehn Deutsche ums Leben gekommen.

Istanbul - Bei einem Selbstmordanschlag in Istanbul sind zehn Deutsche getötet worden. Fünf Verdächtige wurden verhaftet und ein Foto soll den Täter zeigen. Bleiben Sie hier auf dem Laufenden.

  • Am Dienstag um 10.15 Uhr sprengte sich in Istanbul im Viertel Sultanahmet vor der Blauen Moschee ein Selbstmordattentäter mitten in einer Reisegruppe in die Luft.
  • Bei der schweren Explosion sind mindestens zehn Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Die Todesopfer gehörten einer deutschen Reisegruppe an.
  • Der Täter soll laut Angaben der türkischen Regierung ein 27-jähriges Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat namens Nabil Fadli aus Syrien sein. Deutsche Behörden teilten mit, der Attentäter sei noch nicht sicher identifiziert. 
  • Die deutschen Touristen sind mit dem Berliner Veranstalter "Lebenslust Touristik GmbH" gereist. Für Angehörige wurde eine Hotline mit der Nummer 030 880013039 eingerichtet.
  • Das Auswärtige Amt warnt Touristen vor großen Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen und vor Touristenattraktionen.

+++ Aktualisieren +++

+++ Auch das Bundeskriminalamt (BKA) geht inzwischen davon aus, dass der Anschlag auf deutsche Touristen in Istanbul auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurückgeht. "Es gibt zwar kein Bekennerschreiben, aber Hinweise auf einen IS-Bezug des Attentäters", sagte BKA-Präsident Holger Münch der "Bild am Sonntag".

Eine Verbindung des Täters nach Deutschland oder einen gezielten Anschlag auf deutsche Staatsbürger sieht das BKA nicht. "Es war ein gezielter Anschlag auf Touristen in der Türkei. Der Täter hat sich eine größere Reisegruppe ausgesucht, aber nach derzeitigen Erkenntnissen offenbar nicht gezielt eine deutsche", sagte Münch dem Blatt.

+++ Vier Tage nach dem Anschlag in Istanbul werden die zehn deutschen Todesopfer am Samstag nach Deutschland überführt. Wie das Auswärtige Amt mitteilte, werden sie mit einem Airbus der Luftwaffe von Istanbul nach Berlin geflogen. Die Ankunft ist für 17 Uhr am Berliner Flughafen Tegel geplant.

+++ Deutschland sollte nach Ansicht des türkischen Vize-Regierungschefs Mehmet Simsek sein militärisches Engagement in Syrien verstärken. „Wir können den Terror nur gemeinsam besiegen“, sagte er der „Welt“ (Online und Samstagausgabe) mit Blick auf den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Doch auch in anderen Bereichen müsse mehr getan werden.

„Wenn Deutschland und andere den Flüchtlingsstrom beenden wollen, müssen sie den Einsatz von Fassbomben durch die syrischen Streitkräfte beenden und die russischen Bombardements gegen die syrische Opposition“, sagte Simsek und warnte vor einem noch größeren Flüchtlingsstrom aus dem Bürgerkriegsland. „Wenn morgen die Großstadt Aleppo fällt, dann bedeutet das wieder Millionen Flüchtlinge.“

+++ Die Leichen der zehn deutschen Todesopfer sollen einem "Spiegel"-Bericht zufolge in Deutschland obduziert werden. Die Bundesanwaltschaft habe entschieden, die Obduktionen in Deutschland vornehmen zu lassen, berichtete das Magazin. Die Leichen sollen demnach am Freitag oder Samstag überführt werden.

Die sogenannte Identifizierungskommission des Bundeskriminalamtes (BKA), die normalerweise nach Unglücken oder Anschlägen mit deutschen Opfern ins Ausland entsandt wird, soll laut dem Bericht nun in Deutschland tätig werden. Das BKA habe den türkischen Behörden einen Einsatz der Kommission vor Ort angeboten, den Ankara jedoch nicht angenommen habe. Das BKA habe aber vier Verbindungsbeamte nach Istanbul geschickt.

+++ Nach dem Terroranschlag in Istanbul sind elf unverletzte Urlauber zurück in Deutschland. Sie seien am Mittwochabend in verschiedenen Städten gelandet, darunter auch in Berlin, sagte Sprecher Ingo Leßmann für das Reiseunternehmen Lebenslust Touristik GmbH am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Mit dem Berliner Unternehmen waren zum Zeitpunkt des Anschlags am Dienstag insgesamt 33 Reisende in der türkischen Metropole unterwegs. Auch die zehn deutschen Todesopfer gehörten zu der Gruppe.

+++ Davutoglu sagte, die Angriffe seien in den letzten 48 Stunden in den Grenzregionen erfolgt. Insgesamt habe die türkische Armee fast 500 Artillerie-Geschosse abgefeuert.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte lediglich, türkische Artillerie habe das Grenzgebiet zu Syrien beschossen. Damit habe sie islamistische Rebellen und turkmenische Gruppen im Kampf gegen die Terrormiliz unterstützt, sagte der Leiter der Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdelrahman, der Deutschen Presse-Agentur. Die große Zahl getöteter IS-Extremisten konnte er nicht bestätigen.

+++ Nach dem tödlichen Anschlag in Istanbul hat die türkische Armee nach offiziellen Angaben hunderte Stellungen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angegriffen.

Panzer und Artillerie hätten nach dem "feigen Attentat von Istanbul", bei dem zehn Deutsche getötet worden waren, "fast 500" IS-Stellungen im Irak und in Syrien angegriffen, sagte Regierungschef Ahmed Davutoglu am Donnerstag in Ankara. Dabei seien etwa 200 Kämpfer des IS, den Ankara für den Anschlag verantwortlich macht, getötet worden.

Zwei weitere Verdächtige festgenommen

+++ Die türkische Polizei hat nach dem Selbstmordanschlag auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul zwei weitere Verdächtige festgenommen. Damit steige die Gesamtzahl der Festnahmen auf sieben, sagte Innenminister Efkan Ala am Donnerstag in Ankara vor Journalisten.

+++ Warnungen über bevorstehende Anschläge gegen touristische Ziele in der Türkei sind Maaßen nicht bekannt. „Ich kenne diese Warnungen nicht, die es in der Türkei gegeben haben soll“, sagte er. Es gebe immer wieder Warnungen. „Auch meine Behörde bekommt jeden Tag ein bis zwei Gefährdungshinweise. Nur sind diese Gefährdungshinweise regelmäßig so unspezifisch, dass sie keine Anfasser geben, dass die Polizei konkret Maßnahmen durchführen kann.“

Mit Blick auf Deutschland plädiert der Verfassungsschutz-Präsident für ein neues „Risikomanagement“ bei Terrorwarnungen, wie zuletzt in der Silvesternacht in München. „Wir können in Zukunft nicht immer nur sagen, wir schalten das Licht ein oder wir schalten das Licht aus. Wir brauchen insoweit einen Dimmer.“ Auch andere Länder hätten gelernt damit umzugehen, „so dass auch bei einer hohen Terrorgefahr öffentliche Veranstaltungen, Fußballspiele, in gesichertem Rahmen stattfinden können“.

+++ Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat keine Bestätigung dafür, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hinter dem Anschlag auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul steckt. Man sei bisher noch nicht in die Ermittlungen eingebunden, sagte Maaßen am Donnerstag dem rbb Inforadio.

„Wir wissen allerdings, dass die Türkei derzeit mehrere innenpolitische Konflikte hat. Einer ist der mit dem IS“, sagte Maaßen. Auch die kurdische Arbeiterpartei PKK habe wiederholt Anschläge in dem Land verübt. Maaßen erwähnte auch die linksextremistische Revolutionäre Volksbefreiungsfront DHKPC.

+++ Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat werden sich die Verteidigungsminister sieben beteiligter Länder, darunter auch Deutschlands, Mitte kommender Woche zu Beratungen treffen. US-Verteidigungsminister Ashton Carter kündigte am Mittwoch in einer Rede in Fort Campbell an, er werde mit seinen Kollegen aus Deutschland, Frankreich, Australien, Italien, den Niederlanden und Großbritannien sprechen. Das Pentagon bestätigte anschließend für den 20. Januar ein Treffen in Paris, nannte aber keine weiteren Details.

+++ Die türkischen Behörden haben nun ein Bild veröffentlicht, auf dem der 27-Jährige Attentäter namens Nabil Fadli zu sehen sein soll. Noch ist unklar, ob diese Person auf dem Bild der Attentäter ist, noch, ob der Name Nabil Fadli korrekt ist.

+++ Der Attentäter von Istanbul ist nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) durch Personaldokumente von den türkischen Sicherheitsbehörden identifiziert worden. „Man hat diesen Mann insoweit identifiziert, dass es ein Personaldokument gibt, aber ob dieses Personaldokument zu diesem Mann gehört, ist alles noch Gegenstand der Aufklärung“, sagte de Maizière am Mittwoch den ARD-„Tagesthemen“. De Maizière widerspricht damit den Aussagen der türkischen Nachrichtenagentur DAH, nach der der Attentäter mittels Fingerabdrücken identifiziert werden konnte.

+++ Die Bundeswehr ist bereit, Tote und Verletzte zurück nach Deutschland zu holen, das ließ das Verteidigungsministerium am Mittwoch verlauten. Über das Wann und Wie einer Rückführung ist noch nicht entschieden. Die betroffene Reisegruppe des Berliner Veranstalters Lebenslust Touristik wurde von Seelsorgern betreut. Die Gruppe mit 33 Mitgliedern kommt aus dem gesamten Bundesgebiet.

Das Unternehmen organisiere derzeit die Rückkehr nach Deutschland für diejenigen, die den Urlaub nicht fortsetzen wollten. Es gebe das Angebot, zurückzufliegen, sagte ein Sprecher. Offen blieb, in welchen Städten die Reisenden erwartet werden.

+++ Der syrische Selbstmordattentäter von Istanbul ist nach Angaben der türkischen Regierung als Flüchtling in die Türkei eingereist. Das erklärte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Mittwochabend in Istanbul. Der Attentäter sei nicht als Terrorverdächtiger unter Beobachtung gestanden, sagte der Regierungschef.

Fünf Verdächtige festgenommen

+++ Nach dem Selbstmordanschlag von Istanbul sind nach Angaben der türkischen Regierung insgesamt fünf Verdächtige festgenommen worden. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte in Istanbul, am Mittwoch sei es zu vier weiteren Festnahmen gekommen. Nach Angaben von Innenminister Efkan Ala war ein erster Verdächtiger bereits am Dienstagabend festgenommen worden. Bei dem Anschlag am Dienstag waren zehn Deutsche getötet worden. Die türkische Regierung macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für die Tat verantwortlich, die sich bislang aber nicht dazu bekannt hat.

+++ Die Nachrichtenagentur DHA will nun neue Details zu dem Selbstmordattentäter von der Polizei erfahren haben: Der 27-Jährige Syrer soll erst am 5. Januar in Istanbul als Flüchtling registriert worden sein. Ihm seien bei der Registrierung Fingerabdrücke abgenommen worden, heißt es weiter. Mithilfe dieser sei der Mann nun, nach dem Attentat, identifiziert worden. Zudem soll der 27-Jährige von vier Männern begleitet worden sein, nach denen nun wohl gefahndet wird, so die türkische Nachrichtenagentur DHA.

+++ Die Touristen aus Deutschland hatten laut Reiseanbieter eine Pauschalreise gebucht und wollten von Istanbul aus weiter nach Dubai. Die Firma ist nach eigenen Angaben auf Gruppenreisen für Menschen „in den besten Jahren“ spezialisiert. Sieben Mitglieder der Gruppe seien verletzt worden, sagte Sprecher Jörg Manthei für das Unternehmen. 16 Reisende seien unverletzt. Alle Teilnehmer der Gruppe würden in Istanbul professionell betreut. 

Das Unternehmen organisiere derzeit die Rückkehr nach Deutschland für diejenigen, die den Urlaub nicht fortsetzen wollten. Es gebe das Angebot, zurückzufliegen, so der Sprecher. Die ersten Reisenden sollten noch am Mittwoch zurückkommen, hieß es. Angehörige könnten aber auch nach Istanbul kommen, sagte Manthei. Einige wollten die Reise fortsetzen.

"Deutschland darf sich nicht einschüchtern lassen"

+++ Nach dem Anschlag in Istanbul mit zehn Toten hat die türkische Botschaft in Berlin ihre „tiefe Solidarität“ mit den Opfern und deren Angehörigen bekundet. Alle Botschaftsmitarbeiter seien tief betroffen, teilte der Leiter der Kulturabteilung, Tahsin Yilmaz, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit. „Wir hoffen, dass unsere deutschen Gäste auch in Zukunft die große Gastfreundschaft der Türken und die Schönheit und Vielfalt der Türkei zu schätzen wissen.“

+++ „Deutschland darf und wird sich von Mord und Gewalt nicht einschüchtern lassen“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch im Bundestag zu dem Terroranschlag von Istanbul.

++ Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat den Deutschen nach dem Selbstmordanschlag in Istanbul sein Beileid ausgesprochen. Rivlin habe mit seinem deutschen Amtskollegen Joachim Gauck telefoniert, teilte sein Sprecher am Mittwoch in Jerusalem mit. „Wir fühlen nach dem Tod Ihrer Bürger im Herzen mit Ihnen und dem deutschen Volk“, sagte Rivlin den Angaben zufolge.

M'Gladbach: Fußball-Training in der Türkei geht weiter

+++ Fußball-Trainer André Schubert von Borussia Mönchengladbach will sich bis zum Ende des Trainingslagers in der Türkei nicht von Angst vor möglichen weiteren Attentaten beeinflussen lassen. „Ich mache mir persönlich überhaupt keine Sorgen um uns“, sagte der 44-Jährige am Mittwoch im Urlaubsort Belek. An der türkischen Riviera bereiten sich die Gladbacher bis Donnerstag auf die Rückrunde in der Bundesliga vor. „Das ist eine ganz furchtbare Geschichte, die nicht zu verhindern ist“, sagte Schubert zum Attentat. „Das kann dir an jedem Bahnhof, bei jeder Großveranstaltung passieren.“

+++ De Maizière kündigte an, Deutschland und die Türkei wollten ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Terrorismus verstärken. „In der nächsten Woche wird nicht nur mein türkischer Kollege nach Berlin kommen, sondern die Spitze der Regierung zu deutsch-türkischen Regierungskonsultationen“, sagte er. „Wenn die Terroristen zum Ziel gehabt haben sollten, die Zusammenarbeit von Partnern zu stören, zu zerstören oder zu gefährden, dann haben sie das Gegenteil erreicht. Deutschland und die Türkei rücken noch enger zusammen.“

+++ „Der Anschlag galt Deutschland und der Türkei“, erklärte der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek. „Lassen wir nicht zu, dass die Saat des Hasses und der Niederträchtigkeit zwischen unsere Völker gerät.“

+++ Wenige Minuten nach dem Anschlag in Istanbul tauchte ein Foto auf, das die Explosion zeigen soll. Die Bild-Zeitung versucht das Rätsel um das Foto zu lösen: Ist es nun echt oder eine Fälschung?

Attentäter offenbar als Flüchtling in der Türkei registriert

+++ Der syrische Selbstmordattentäter von Istanbul hat sich nach einem Medienbericht als Flüchtling in der Türkei registrieren lassen. Die Nachrichtenagentur DHA meldete unter Berufung auf die Polizei, dabei seien ihm am 5. Januar in Istanbul Fingerabdrücke abgenommen worden. Diese hätten nun dabei geholfen, ihn als Attentäter zu identifizieren. DHA berichtete weiter, der Mann sei bei der Registrierung von vier Menschen begleitet worden, nach denen jetzt gefahndet werde.

+++ Die zehn beim Terroranschlag in Istanbul getöteten deutschen Touristen gehörten alle zu der Reisegruppe eines Berliner Veranstalters. Sieben weitere Mitglieder der Gruppe seien verletzt worden, sagte Sprecher Jörg Manthei für die Lebenslust Touristik GmbH am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat nach dem Anschlag in Istanbul zum entschiedenen Kampf gegen den Terrorismus aufgerufen. "Das Krebsgeschwür des Terrorismus verschont niemanden", erklärte Steinmeier in seiner Funktion als amtierender Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Mittwoch in Berlin.

+++ Die drei in der Türkei festgenommenen russischen Staatsbürger sind Moskauer Sicherheitskreisen wegen ihrer Kontakte zu Terrorgruppen bekannt. Sie sollen Verbindung zu ausländischen terroristischen Gruppierungen gehabt haben oder sogar Mitglied seien. Das sagte ein Behördenvertreter der Agentur Interfax in Moskau. Einer der Männer werde mit russischem und internationalem Haftbefehl gesucht. Die zwei anderen hätten Russland vor Jahren verlassen, um sich in Nahost als Terroristen ausbilden zu lassen.

+++ Thomas de Maizière und der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu haben Verletzte besucht. Anschließend fuhren beide zum Anschlagsort in der Nähe der Blauen Moschee im Altstadtviertel Sultanahmet. Dort legten der Minister und der Regierungschef rote Nelken nieder, die in der Türkei Ausdruck der Trauer sind. Vor seiner Rückreise nach Deutschland wollte de Maizière noch mit Davutoglu zum Gespräch zusammenkommen.

+++ Auf der Internetseite des Berliner Reiseveranstalters hieß es am Mittwoch: „Wir sind erschüttert, dass bei den schrecklichen Ereignissen in Istanbul auch Gäste von uns ums Leben gekommen oder verletzt worden sind. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen. Wir hoffen, dass die Verletzten schnell genesen.“

+++ Nach dem Terroranschlag in Istanbul wird die betroffene Reisegruppe eines Berliner Veranstalters von Seelsorgern betreut. Die Betreuer stammten sowohl aus der Türkei als auch aus Deutschland, sagte der Geschäftsführer der Lebenslust Touristik GmbH, Marco Scherer, am Mittwoch in Berlin. Die Reisegruppe mit 33 Mitgliedern war auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise, die Reisenden kamen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Gedenken im Bundestag

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Der Bundestag hat am Mittwoch der Opfer des Terroranschlags von Istanbul gedacht. „Wir trauern und fühlen mit den Angehörigen aller Opfer“, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert, der von einem „feigen und brutalen Anschlag“ sprach. Der Angriff auf eine lebendige, weltoffene Großstadt wie Istanbul folge der Absicht, Angst in die Metropolen der Welt zu tragen. „Ihr werden wir uns nicht ausliefern - von wem auch immer diese Gefahr und Absicht ausgeht.“

Lammert räumte ein, dass derzeit in Europa über die richtigen Wege im Umgang mit dem internationalen Terror gestritten werde. „Dass wir aber darüber streiten können, unterschiedet uns von all den Fanatikern, die aus politischen Motiven oder im falschen Namen Gottes ihre vermeintlichen Wahrheiten anderen mordend aufzwingen wollen.“

+++ Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat den Tatort in Istanbul besucht. Davutoglu legte am Mittwoch rote Nelken am Anschlagsort in der Nähe der Blauen Moschee im Altstadtviertel Sultanahmet nieder, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

+++ Bei dem Terroranschlag in Istanbul sind zehn Deutsche getötet worden. Das teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch mit.

+++ "Lauft weg!" Die Touristenführerin der deutschen Gruppe berichtet, wie sie die Menschen warnte - und möglicherweise noch mehr Todesopfer verhinderte.

+++ Der Reiseveranstalter Tui sieht in dem Terroranschlag in Istanbul eine Gefahr für das beliebte Reiseziel Türkei. „Eigentlich ist jetzt die Zeit, in der Familien ihren Sommerurlaub in der Türkei buchen. Nun werden wohl viele erst einmal abwarten“, sagte Konzernchef Fritz Joussen in Düsseldorf. Es gleiche einem Blick in eine Glaskugel, voraussagen zu wollen, was mit dem Reiseziel Türkei in diesem Sommer passieren werde. „Wir müssen mit der Unsicherheit leben und Alternativen anbieten.“

Zwei verletzte Deutsche in "kritischem Zustand"

+++ Der türkische Innenminister Efkan Ala sagte, elf Verletzte würden noch in Krankenhäusern behandelt, darunter seien neun Deutsche. Bei zwei verletzten Deutschen sei der Zustand „kritisch“.

+++ De Maizière betonte trotz des Anschlags: „Ich sehe keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen.“

+++ Die Gruppe aus Deutschland wollte von Istanbul aus nach Dubai und Abu Dhabi weiterreisen. Insgesamt zählte die Reisegruppe 33 Mitglieder. Offen war, ob die Reise fortgesetzt wird. Am Mittwoch hielt sich ein Großteil der Gruppe noch in Istanbul auf. Das Auswärtige Amt entsandte ein Team zu ihrer psychologischen Betreuung.

+++ Der Türkei-Experte Udo Steinbach hält es nicht für einen Zufall, dass deutsche Touristen von dem Attentat getroffen wurden.

Türkische Zeitungen haben mit deutschen Titelzeilen ihre Solidarität mit den Opfern und deren Angehörigen gezeigt.

+++ Türkische Medien äußern ihre Solidarität mit den deutschen Opfern. Die Zeitung "Hürriyet" schreibt: "Unser tiefstes Beileid. Ein Selbstmordattentäter riss in Istanbul 8 unserer Deutschen Freunde in den Tod." Einige Zeitungen machen mit deutschen Schlagzeilen Schlagzeilen: So berichtet Meydan darüber, dass in Deutschland über die deutschen Titelzeilen auf türkischen Zeitungen berichtet wird.

+++ Das Auswärtige Amt rät Touristen in Istanbul und anderen türkischen Großstädten dringend davon ab, sich zu Menschenansammlungen vor beliebten Sehenswürdigkeiten zu begeben.

+++ Über die genaue Zahl der Opfer herrschte am Mittwoch noch Unklarheit: Die türkischen Behörden gehen nach vorläufigen Erkenntnissen davon aus, dass es sich bei allen zehn Todesopfern um Bundesbürger handelt. In Berlin gab es dafür am Mittwoch zunächst jedoch keine Bestätigung. Die Bundesregierung geht bislang von acht deutschen Todesopfern aus. Neun Deutsche wurden demnach zum Teil schwer verletzt.

+++ Der Selbstmordanschlag von Istanbul hat sich nach bisheriger Einschätzung der Bundesregierung nicht gezielt gegen Deutsche gerichtet.„Nach bisherigem Ermittlungsstand liegen keine Hinweise darauf vor, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet war“, sagte Minister de Maizière am Mittwoch in Istanbul.

+++ Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Mittwoch zu einem Besuch in Istanbul eingetroffen. Der CDU-Politiker will sich zusammen mit seinem türkischen Kollegen Efkan Ala ein Bild von der Lage machen. Dabei geht es auch um die Frage, ob sich der Anschlag gezielt gegen eine Reisegruppe aus Deutschland gehandelt hat. Die Türkei macht die Terrormiliz Islamischer Staat für die Tat verantwortlich.

+++ Auch zwei Menschen aus Bayern sind bei dem Anschlag verletzt worden. Bei den Verletzten soll es sich um ein Ehepaar aus dem unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg handeln. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde die Frau bei dem Anschlag am Dienstag in der Nähe der Hagia Sophia im schwer verletzt, ihr Mann kam mit leichten Verletzungen davon.

Papst betet für Opfer des Terroranschlags in Istanbul

+++ Papst Franziskus hat nach dem Terroranschlag in Istanbul zum Gebet für die Opfer aufgerufen. „Gott, der Barmherzige, gebe den Verstorbenen ewigen Frieden, den Hinterbliebenen Trost, der ganzen Gesellschaft solidarische Entschlossenheit, und er bekehre die Herzen der Gewalttätigen“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt laut Radio Vatikan nach seiner Generalaudienz am Mittwoch in Rom.

Der 79 Jahre alte Argentinier rief vor Tausenden Pilgern in der Audienzhalle des Vatikans dazu auf, für die Opfer des Anschlags zu beten. Die Menschen applaudierten nach dem Aufruf des Pontifex.

+++ Die türkischen Behörden gehen nach vorläufigen Erkenntnissen davon aus, dass es sich bei allen zehn Todesopfern des Terroranschlags von Istanbul um Deutsche handelte. Zwei noch nicht endgültig identifizierte Tote seien nach vorläufigen Ermittlungen ebenfalls Bundesbürger gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Istanbul am Mittwoch aus türkischen Regierungskreisen. „Wir glauben, dass auch die anderen beiden Toten Deutsche sind.“ Die medizinischen Untersuchungen seien aber noch nicht endgültig abgeschlossen. Bislang war die Nationalität von zwei Todesopfern unklar.

+++ Grünen-Chef Cem Özdemir hat die Türkei für ihren Umgang mit dem Islamischen Staat kritisiert. „Sie hat Isis geduldet“, sagte er am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin. Es spräche einiges dafür, dass der Anschlag in Istanbul nun eine Rache dafür sein könnte, dass die Türkei sich der Allianz gegen den Terror angeschlossen hat. Die Türkei müsse nun aufräumen mit dem IS - „und zwar glaubwürdig“.

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Bei der Razzia in Antalya wurden laut Dogan zahlreiche Dokumente und CDs sichergestellt. Bereits am Dienstag waren bei Razzien in mehreren türkischen Städten 65 mutmaßliche Dschihadisten festgenommen worden, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Unter ihnen seien 16 Verdächtige, die einen Anschlag in der Hauptstadt Ankara geplant haben sollen.

Eine andere Gruppe habe ein Attentat an einem unbekannten Ort in der Türkei verüben wollen. Die Festnahmen erfolgten den Berichten zufolge in Ankara, Izmir, Kilis, Sanliurfa, Mersin und Adana.

Nach Anschlag drei Russen in Antalya festgenommen

+++ Nach dem Selbstmordanschlag mit zehn Toten, darunter acht Deutschen, im Zentrum Istanbuls hat die türkische Polizei laut Medienberichten drei mutmaßliche Mitglieder der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) festgenommen. Die drei Russen seien im Badeort Antalya in Gewahrsam genommen worden, meldete die Nachrichtenagentur Dogan am Mittwoch. Ob ein Zusammenhang zwischen dem Attentat in Istanbul und den Festnahmen besteht, war zunächst unklar.

+++ Vor dem Selbstmordattentat in Istanbul hat der türkische Geheimdienst MIT einem Medienbericht zufolge vor Terrorangriffen unter anderem auf Touristen im Land gewarnt. Die Zeitung „Hürriyet“ berichtete, die Hinweise vom 17. Dezember und 4. Januar seien an Sicherheitsbehörden im ganzen Land gegangen. In den Warnungen habe es geheißen, Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seien ins Land eingedrungen. Sie könnten nach Istanbul oder Ankara weitergereist sein oder auch über die Türkei in andere europäische Länder ziehen.

„Hürriyet“ berichtete, in der Warnung heiße es, der IS plane Selbstmordanschläge „auf in der Türkei lebende Nichtmuslime, Ausländer, Tourismusregionen, von ausländischen Besuchern stark frequentierte Orte oder auf Botschaften und Konsulate der entsprechenden Länder und auf NATO-Einrichtungen im Land“.

+++ Unter den deutschen Todesopfern des Terroranschlags in Istanbul sind auch drei Sachsen. Das sei „traurige Gewissheit“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Mittwoch in Dresden.

+++ Die Sicherheitslage in Deutschland hat sich laut Bundesjustizminister Heiko Maas nach dem Anschlag nicht verändert. „Wir wissen, dass Deutschland auch ein Ziel der Terroristen ist, und deshalb ist eine allgemeine Gefährdung sicherlich nicht zu leugnen“, sagte er am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Im Moment gebe es aber keine konkreten Hinweise auf Anschlagsziele. „Ob dieser Anschlag explizit deutschen Touristen gilt, dazu kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts sagen“, erklärte er außerdem.

Thomas de Maizière auf dem Weg nach Istanbul

+++ Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist am Mittwochmorgen in Richtung Istanbul aufgebrochen. De Maizière werde den Tatort besuchen, zudem sei ein Treffen mit seinem türkischen Kollegen Efkan Ala geplant, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin.

+++ Unter den mindestens acht deutschen Todesopfern des Anschlags in Istanbul ist nach Angaben der Potsdamer Landesregierungein Ehepaar aus Brandenburg. Zwei 71 und 73 Jahre alte Eheleute aus Falkensee bei Berlin seien umgekommen, sagte Regierungssprecher Andreas Beese am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Nach Informationen der Berliner Zeitungsoll unter den Todesopfern auch ein Urlauber aus Berlin sein. Zudem seien eine Frau aus Berlin schwer, ein weiterer Mann leicht verletzt worden.

Auch drei Rheinland-Pfälzer sind unter den Anschlagsopfern. Sie stammten aus Mainz und Bad Kreuznach. Es handele sich um zwei Ehepaare, sagte ein Polizeisprecher am Morgen in Mainz. Die Angehörigen seien inzwischen informiert worden. Die Eheleute aus Mainz wurden bei dem Attentat am Dienstagvormittag getötet, ebenso der Mann aus Bad Kreuznach. Seine Ehefrau erlitt schwere Verletzungen.

Außerdem ist ein 67 Jahre alter Mann aus Nordhessen getötet worden. Seine 50-jährige Frau sei bei der Detonation auf dem Sultanahmet-Platz in der Altstadt von Istanbul verletzt worden, teilte die hessische Staatskanzlei am Mittwoch in Wiesbaden mit.

+++ Nach dem Terroranschlag mit mehreren deutschen Todesopfern in Istanbul reist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an diesem Mittwoch in die Türkei. Der Minister wolle in Istanbul seinen türkischen Amtskollegen Efkan Ala treffen und sich, so eine Sprecherin des Innenressorts, ein Bild von der Lage machen.

+++ Es herrscht Verwirrung um das angebliche Opfer aus Peru: Das peruanischen Außenministerium relativiert seine eigenen Aussagen und sprach von einer Peruanerin unter den Verletzten. Ein mögliches Todesopfer wollten die peruanischen Behörden noch nicht bestätigen.

+++ In seinem Kommentar zu dem Anschlag in Istanbul warnt Merkur-Redakteur Lorenz von Stackelberg vor übereilten sicherheitspolitischen Offensiven von Seiten der türkischen Regierung. Worauf es nach Meinung des Redakteurs nun ankommen sollte, erfahren Sie hier.

+++ Zwei Vertreter der Geschäftsführung des Berliner Reiseveranstalters seien auf dem Weg nach Istanbul zu der Reisegruppe, hieß es weiter. Für Angehörige wurde eine Hotline mit der Nummer 030 880013039 eingerichtet.

Berliner Reiseveranstalter geht von vielen Verletzten unter den Reisenden aus

+++ Die in Istanbul getöteten Deutschen sind mit einem Berliner Reiseveranstalter unterwegs gewesen. Nach aktuellem Kenntnisstand seien unter den toten Deutschen "mehrere Personen einer Reisegruppe der Lebenslust Touristik GmbH Berlin", teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zudem müsse von einer "größeren Anzahl verletzter Reisender ausgegangen werden". Insgesamt war demnach eine 33 Reisende umfassende Gruppe zum Zeitpunkt des Anschlags in Istanbul.

+++ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Anschlag in Istanbul mit mindestens acht getöteten Deutschen als „mörderischen Akt“ verurteilt. „Die Terroristen sind Feinde aller freien Mensc hen, ja, sie sind Feinde aller Menschlichkeit“, sagte sie am Dienstagabend in Berlin. Die Kanzlerin betonte: „Genau diese Freiheit und unsere Entschlossenheit, gemeinsam mit unseren internationalen Partnern, gegen diese Terroristen vorzugehen, werden sich aber durchsetzen.“ Möglicherweise könne es noch weitere Todesopfer geben. „Wir können zur Stunde noch nicht wissen, ob es bei dieser Zahl bleibt.“

Russland verurteilt "zynisches Verbrechen"

+++ Steffen Schwarzkopf, Journalist bei N24, schreibt bei Twitter, dass die türkische Regierung die Namen der Opfer veröffentlicht habe. Unter den Toten soll sich ein Ehepaar befinden.

+++ Bei dem Selbstmordanschlag in Istanbul sind acht Deutsche getötet worden. Das sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Dienstagabend in Berlin. Neun weitere Deutsche seien zum Teil schwer verletzt worden.

+++ Bei dem Selbstmordanschlag in Istanbul ist auch ein peruanischer Staatsbürger getötet worden. Es habe sich offenbar um einen Reisenden gehandelt, der in Istanbul in einem Hotel gewohnt habe, sagte die peruanische Außenministerin Ana María Sánchez am Dienstag in Lima. Ein weiterer peruanischer Staatsbürger, der aber in der Türkei wohne, sei verletzt worden.

+++ Russland hat das Selbstmordattentat in Istanbul als „zynisches Verbrechen“ verurteilt und den Familien der Opfer sein Beileid ausgesprochen. „Diese Tat, für die es keine Rechtfertigung gibt, hat einmal mehr die Grausamkeit des internationalen Terrorismus demonstriert. Umso mehr, als dass friedliche Bürger - einschließlich Ausländer - Opfer dieser schändlichen Aktion wurden“, betonte das Außenministerium in Moskau am Dienstag.

Gauck zeigt sich tief erschüttert

+++ Bundespräsident Joachim Gauck hat sich "tief erschüttert" über den Anschlag in Istanbul gezeigt. "Es ist entsetzlich, was heute in Istanbul geschehen ist", erklärte Gauck am Dienstag in Berlin. "Wieder wurden bei einem hinterhältigen terroristischen Anschlag unschuldige Menschen ermordet, darunter viele Deutsche."

+++ Das Bundeskabinett kommt wegen des Terroranschlags mit mehreren deutschen Todesopfern in der Türkei am Dienstagabend zu einem Sondertreffen zusammen. Das kündigte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin an. Die Kabinettsmitglieder wollten sich dort über die Lage informieren lassen.

+++ Der Selbstmordattentäter von Istanbul war Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Dienstagnachmittag in einer kurzen Fernsehansprache, es sei ermittelt worden, "dass der Urheber dieses terroristischen Angriffs in Sultanahmet ein ausländisches Mitglied des Daesch" (Islamischen Staats) war.

+++ Das Auswärtige Amt hat nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel einen Krisenstab eingerichtet. „Meine Gedanken sind in diesen Stunden natürlich bei den Angehörigen der Opfer und bei den Verletzten“, sagte die Kanzlerin.

Merkel hatte zuvor gesagt, dass es bei dem Anschlag wahrscheinlich auch deutsche Opfer gegeben habe. „Wir sind in großer Sorge, dass auch deutsche Staatsbürger unter den Opfern und Verletzten sein könnten und wahrscheinlich sein werden“, sagte Merkel nach einem Gespräch mit Algeriens Premierminister Abdelmalek Sellal in Berlin.

+++ Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach am Dienstag in Berlin von einem „barbarischen feigen Akt des Terror“, den die Bundesregierung auf das Schärfste verurteile. Zugleich versicherte er: „Wir stehen fest an der Seite der Türkei.“

EU-Spitzenvertreter: Kampf gegen Terror verstärken

+++ Programmänderung bei ARD und ZDF: Wegen des Selbstmordanschlags in Istanbul sendet das Erste an diesem Dienstag (20.15 Uhr) einen voraussichtlich zehn Minuten langen „Brennpunkt“ zum Thema „Deutsche Terroropfer in der Türkei“. Das ZDF bringt um 19.20 ein „Spezial“.

+++ Spitzenvertreter der EU haben nach dem Selbstmordanschlag in Istanbul zu mehr Engagement im Kampf gegen den Terror aufgerufen. „Wir müssen unsere Anstrengungen weiter verstärken“, forderten die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und EU-Kommissar Johannes Hahn. Dies entspreche auch den Vereinbarungen des EU-Türkei-Gipfels am 29. November, bei dem der Anti-Terror-Kampf als eine Priorität eingestuft worden sei.

+++ Fußball-Weltmeister Lukas Podolski und Mesut Özil haben tief betroffen auf den Terroranschlag in Istanbul reagiert und ihr Mitgefühl bei Twitter ausgedrückt. Auch Ex-Nationalspieler Andreas Beck, der wie Mario Gomez für Besiktas spielt, zeigte sich „schockiert“ und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus.

Diese Reiseveranstalter sind nicht betroffen

+++ Deutschlands große Reiseveranstalter haben nun gemeldet, ob ihre Reisenden betroffen sind oder nicht: Tui berichtet von zehn Gästen in Istanbul, die aber nicht gemeinsam als Gruppe unterwegs gewesen und wohlauf seien. Auch Alltours-Reisende seien nach Aussage eines Sprechers nicht betroffen, ebenso wie Reisende von Studiosus, Thomas Cook und DER Touristik. Letztere gaben an alle 100 Reisenden telefonisch erreicht zu haben. 

Hier erfahren Sie, worauf Istanbul-Reisende nun achten müssen.

+++ Als Verantwortlicher für die Bombenexplosion, bei der mindestens zehn Menschen getötet wurden, wurde nach Informationen der türkischen Regierung ein 27-jähriger Syrer identifiziert. Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte einen "terroristischen Akt". Niemand bekannte sich zu der Tat.

+++ Nach dem Anschlag hat die türkische Regierung eine Nachrichtensperre verhängt. Zur Begründung teilte die Medienaufsicht RTÜK mit, ein solcher Schritt sei laut Gesetz möglich, wenn er der „nationalen Sicherheit“ diene. Eine dpa-Reporterin wurde von Polizisten daran gehindert, in der Umgebung des Anschlagsortes Fotos zu machen. Die dpa-Reporterin berichtete vor Ort von zahlreichen Polizisten sowie Rettungskräften. Auch Bombenentschärfer seien im Einsatz, sagte sie.

+++ Eine Reporterin von CNN Türk berichtete von schockierten Touristen, die nach der Explosion auf dem Pflaster gesessen hätten. Augenzeugen hätten gesagt, sie hätten einen Feuerball aufsteigen gesehen. Zu der Detonation sei es an dem ägyptischen Obelisken gekommen, der in der Nähe der Hagia Sophia, der Blauen Moschee und des Deutschen Brunnens steht. Die Explosion um 10.15 Uhr (Ortszeit/09.15 MEZ) war noch in einigen Kilometern Entfernung zu hören.

Die Ereignisse im Überblick:

Bilder: Selbstmordanschlag in Istanbul

Bilder: Selbstmordanschlag in Istanbul

dpa/AFP/SID

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