Iranischen Botschafter abgeklatscht

Claudia Roth sorgt für High-Five-Skandal

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Claudia Roth hat auf der Sicherheitskonferenz in München die Hand des iranischen Botschafters abgeklatscht

München - Claudia Roth hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Hand des iranischen Botschafters Attar abgeklatscht. Bei dem Mann handelt es sich um einen angeblichen Masssenmörder. Doch die Grünen-Chefin hatte ihre Gründe.

Das Gesicht des iranischen Botschafters Ali Reza Sheikh Attar erstrahlte regelrecht, als er bei der Münchner Sicherheitskonferenz plötzlich Grünen-Chefin Claudia Roth erblickte. Voller Freude hob er die Hand, als Roth zur Begrüßung einen leichten Knicks machte. Die Grünen-Chefin ging daraufhin auf ihn zu und klatschte die erhobene Hand ab. Diese kurze Begegnung wurde von einer der zahlreichen Kameras festgehalten. Seither geistert die "High Five"-Video-Sequenz durchs Netz und sorgt für wilde Spekulationen. Denn Attar soll nach Angaben exil-iranischer Oppositioneller in den 80er-Jahren hunderte Menschen an den Galgen gebracht haben. Er gilt deshalb und wegen tausender anderer Toter als Massenmörder.

"Der iranische Botschafter gibt einer Frau nie die Hand"

Claudia Roth hatte jedoch ihre Gründe und bezog nach den ersten lauter werdenden Protesten gegenüber Spiegel Online auch Stellung. Die Grünen-Chefin habe den iranischen Botschafter am Rande der Sicherheitskonferenz davon überzeugen wollen, den bekannten iranischen Filmemacher Jafar Panahi zur Berlinale ausreisen zu lassen, teilte ein Sprecher mit. Einen Brief, in dem sie ihr Anliegen ankündigte, hatte sie demnach schon im Vorfeld an Attar geschickt.

Dass dieser sie dann bei der Sicherheitskonferenz derart freudig begrüßte, hat offenbar auch Claudia Roth überrascht. "Der Botschafter der Islamischen Republik Iran gibt einer Frau grundsätzlich nie die Hand, er hat auch Claudia Roth noch nie die Hand geschüttelt", erklärte Roths Sprecher gegenüber Spiegel Online.

Claudia Roth von Geste des Botschafters völlig überrascht

Claudia Roth war nach Aussage ihres Sprechers von der Geste des iranischen Botschafters völlig überrascht

Dem Onlineportal der Welt erklärte der Sprecher der Grünen-Chefin: "In dieser Situation hat er offenbar den Versuch eines höflichen Entgegenkommens gemacht, ohne Claudia Roth wirklich die Hand geben zu müssen." Die Ministerin sei von der Geste so überrascht gewesen, dass sie diese mit einem kurzen Berühren der Hand des Botschafters erwidert habe. Kein euphorisches "High Five" also. Ob sich iranische Oppositionelle von dieser Aussage jedoch überzeugen lassen, ist fraglich. Auf dem Blog "freeirannow" schreiben sie: Claudia Roths Engagement für die Islamische Republik sei so vielfältig wie bekannt. "Wie eng die Bande zwischen ihr und dem politischen Personal der Islamischen Republik sind", beweise das Video.

Attar hatte im Zusammenhang mit den Grünen schon einmal für einen Eklat gesorgt. 2009 sollte er bei der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung über die Bedeutung der Islamischen Republik Iran "als politischem und wirtschaftlichem Partner für Deutschland" sprechen. Nachdem auf die Ankündigung hin ein Aufschei durch die Bundesrepublik ging und zahlreiche Protestschreiben aus dem Auslang eintrafen, entschied man sich dafür, Attar wieder auszuladen.

mm

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