Özdemir wirft CDU Radikalisierung vor

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Cem Özdemir wirft der Kanzlerin Radikalisierung vor.

Berlin - Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat der CDU eine Radikalisierung vorgeworfen. Als Beispiel führt er den Streit um Stuttgart 21 und die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke an.

Die Kanzlerin, die sich bislang nicht durch Entscheidungsstärke hervorgetan habe, spitze jetzt zu, ziehe Konflikte wie Stuttgart 21 auf die Bundesebene, sagte Özdemir im “Interview der Woche“ des Deutschlandfunks (Sonntag). Die Laufzeiten für Atomkraftwerke habe sie statt um nur wenige Jahre gleich um durchschnittlich zwölf Jahre verlängert, was eine Verdreifachung der Atommüllmenge zur Folge habe.

“Sie wählt den harten, den knallharten Weg“, so Özdemir. Mit dieser Radikalisierung reduziere die CDU ihre Chance, mit den Grünen ins Gespräch zu kommen und verabschiede sich zugleich von der Mehrheitsfähigkeit ihrer politischen Entscheidungen. Die Mehrheit in Deutschland wolle keinen Atomkurs, sondern einen gemäßigten Kurs, für den die Grünen stünden.

Statt eines Herbstes der Entscheidungen sieht der aus Baden- Württemberg stammende grüne Spitzenpolitiker vielmehr den Herbst der schwarz-gelben Bundesregierung. Deren Ära gehe zu Ende bevor sie richtig begonnen habe. Die Bundesregierung könne sich in Gorleben auf Massenproteste gegen die Weitererkundung und Nutzung des Salzstockes als atomares Endlager einstellen. Unter den Demonstranten würden, ähnlich wie in Stuttgart bei den Gegnern des Bahnprojektes, bisherige CDU-Wähler sein, prophezeite Özdemir, der seit zwei Jahren die Grünen zusammen mit Claudia Roth führt.

dpa

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