Özdemir: Merkel gab Guttenberg den "Todeskuss"

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Grünen-Chef Cem Özdemir wirft Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, sie habe Guttenberg den "Todeskuss" gegeben.

Düsseldorf - Der Rücktritt von Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) sorgt noch immer für Aufruhr. Vor allem Bundekanzlerin Merkel und Bundestagspräsident Lammert werden mit schweren Vorwürfen konfrontiert.

Für den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) trägt nach Ansicht der Grünen die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin eine Mitverantwortung. “Angela Merkels Strategie, Guttenberg zu retten, indem sie die deutsche Wissenschaft der Lächerlichkeit preisgibt, war für Guttenberg der Todeskuss“, sagte Grünen-Chef Cem Özdemir der “Rheinischen Post“ (Montagausgabe). Bei dem Versuch, ihren Verteidigungsminister zu halten, habe sie ihn in den Abgrund gezogen.

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Özdemir war vor Jahren selbst von allen Ämtern zurückgetreten und nach seinem politischen Comeback zum Parteichef aufgestiegen. Ob auch Guttenberg ein solcher Weg bevorsteht, wollte Özdemir nicht voraussehen. “Da haben die Parteien und vor allem die Wählerinnen und Wähler ein Wort mitzureden.“ Vor allem hänge es davon ab, wie Guttenberg selbst damit umgehe. Er müsse alles aufarbeiten und mit sich selbst ins Reine kommen. “Und dann muss er entscheiden, was er mit seinem weiteren Lebensweg macht, er ist ja noch jung“, fügte Özdemir hinzu.

Kauder kritisiert Lammert in Guttenberg-Affäre

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) griff am Montag in der “Bild“-Zeitung Bundestagspräsident Norbert Lammert (ebenfalls CDU), ungewöhnlich deutlich an, weil dieser den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kritisiert hatte.

“Einige Wortmeldungen waren nicht nötig“, sagte Kauder. “Vor allem die Bemerkungen des Parlamentspräsidenten haben in der Union zu erheblichem Unmut geführt. Hilfreich waren diese sicher nicht.“ Doch wies Kauder die Kritik aus der CSU zurück, man habe Guttenberg zu früh fallen gelassen. “Davon kann nicht die Rede sein“, sagte der CDU-Politiker. “Pauschale Vorwürfe aus Bayern sind fehl am Platz.“

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Kauder sagte für 2013 eine erneute Kandidatur von CDU-Chefin Angela Merkel für den Bundestag und das Amt der Bundeskanzlerin voraus. Die Frage, was nach Merkel komme, stelle sich nicht. An ein rasches Comeback für Guttenberg glaube er nicht, sagte Kauder: “Wenn er will, wird er aber eine politische Zukunft haben.“

dapd

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