Überwachungsgeräte missbraucht

NSA-Mitarbeiter spionierten ihre Geliebten aus

Washington - Eifersüchtige Mitarbeiter des US-Geheimdiensts NSA haben wiederholt ihre Möglichkeiten genutzt, um die Telefon- und Internetkommunikation ihrer Geliebten auszuspionieren.

Über die Jahre habe es zwölf Fälle eines missbräuchlichen Einsatzes der Überwachungsgeräte des Geheimdiensts gegeben, schrieb die NSA-Generalinspektion in einem Brief an Senator Charles Grassley, der am Freitag der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Das Gesetz verbietet der NSA die Überwachung der Kommunikation von US-Bürgern oder Ausländern, die legal im Land leben, außer wenn es den begründeten Verdacht einer Verwicklung in Terroraktivitäten gibt. Mitarbeitern ist zudem die Verwendung der Überwachungstechnologie zu privaten Zwecken verboten. Dies hielt jedoch über die Jahre etliche Mitarbeiter nicht davon ab, ihren Partnern, Geliebten oder Ex-Freunden nachzuspüren.

So überwachte 2004 eine Mitarbeiterin das Handy ihres Ehemanns, weil sie ihn verdächtigte, eine Affäre zu haben. Den NSA-Angaben zufolge gab sie nach Aufdeckung der Affäre ihren Job auf. In einer anderen Affäre äußerte eine US-Angestellte den Verdacht, ihr Freund, der bei der NSA arbeitete, überwache ihr Telefon. Ermittlungen ergaben, dass der NSA-Mitarbeiter insgesamt neun Frauen überwachte und Informationen zu angerufenen Nummern einholte.

Prism, XKeyscore & Co. - Chronologie der NSA-Spähaffäre

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Im Jahr 2003 hatte ein weiterer Angestellter seine Freundin überwacht, um herauszufinden, ob sie womöglich Verbindung mit ausländischen Geheimdiensten hatte oder andere Kontakte, die ihm schaden könnten, wie er anschließend seinen Vorgesetzten erklärte. Ein anderer Mitarbeiter nutzte am ersten Arbeitstag bei der NSA seine neuen Möglichkeiten, um E-Mails einer Ex-Freundin zu lesen. Als er aufflog, gab er an, er habe trainieren wollen.

afp

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