Feierlichkeiten in Nordkorea

Kim Jong Un nach Wochen wieder aufgetaucht

+
Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un beim Besuch des Mausoleums in Pjöngjang

Pjöngjang - Wochenlang war Nordkoreas Diktator Kim Jong Un ohne jede Erklärung plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Nun ist er wieder da - und zwingt sein Volk zum Feiern.

Nach tagelanger Abwesenheit ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wieder in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Zum 101. Geburtstag seines Großvaters Kim Il Sung besuchte Kim das Mausoleum in Pjöngjang, in dem der einbalsamierte Leichnam des früheren Staatschefs und "ewigen Präsidenten" aufgebahrt wird, wie die Staatsmedien des kommunistischen Landes am Montag berichteten. Im "Kumususan-Palast der Sonne" liegt auch Kim Jong Uns Vater und Vorgänger Kim Jong Il.

Der Machthaber habe seinen Vorgängern Respekt gezollt, hieß es. Der etwa 30 Jahre alte Kim wurde von Vertretern von Partei, Militär und Regierung begleitet. Nach Berichten südkoreanischer Medien war Kim Jong Un seit der Frühjahrssitzung der Obersten Volksversammlung am 1. April nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Die Gründe dafür waren unklar.

Nordkoreaner müssen toten Herrschern mit Kunstblumen Respekt zollen

Ungeachtet der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel finden zu Ehren Kim Il Sungs bereits seit einigen Tagen Versammlungen und andere Festlichkeiten statt. In Pjöngjang versammelten sich zahlreiche Einwohner auf den mit Bannern und Fahnen geschmückten Straßen, um die Festlichkeiten einzuläuten. Anders als zum 100. Geburtstags Kims 2012 verzichtete das Land in diesem Jahr auf große Paraden.

Vor den Bronzestatuen von Kim Il Sung und seinem Sohn Kim Jong Il traten die Nordkoreaner reihenweise an, um Kunstblumen-Bouquets niederzulegen. Zuvor war befürchtet worden, dass das Land die Nationalfeiertage für einen weiteren Raketenstart nutzen würde. Am Montag beginnt nach dem nordkoreanischen Juche-Kalender zugleich ein neues Jahr.

Das kommunistische Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen mehrfach Kriegsdrohungen Richtung USA und Südkorea ausgestoßen, nachdem internationale Sanktionen in Folge seines jüngsten Atomtests verschärft worden waren. Unklar ist, inwiefern Nordkorea in der Lage ist, seine Drohung eines atomaren Angriffs umzusetzen. Laut Behörden in Südkorea, den USA und Japan gibt es geheimdienstliche Hinweise, dass Nordkorea fähig ist, eine Mittelstreckenrakete zu starten.

So inszeniert sich Bubi-Diktator Kim Jong Un

So inszeniert sich Bubi-Diktator Kim Jong Un

Am Sonntag hatte Pjöngjang einen Vorschlag Südkoreas zurückgewiesen, über die Normalisierung ihres gemeinsamen Industriekomplexes in der grenznahen nordkoreanischen Stadt Kaesong zu reden. Dies sei „sehr bedauerlich“, sagte Südkoreas Wiedervereinigungsminister Kim Hung Suk am Montag. Zugleich hieß es aus südkoreanischen Regierungskreisen, dass die Tür zum Dialog weiter offen stünde. Die Produktion in Kaesong steht dort seit dem vergangenen Dienstag still.

dpa

Kommentare