Von der Leyen: Pflegebranche muss Hausaufgaben machen

Berlin - Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat von der Pflegebranche mehr Anstrengungen zur Beseitigung des Fachkräftemangels gefordert.

Dabei dürfe man nicht zuerst auf den Zuzug ausländischer Fachkräfte setzen, sagte sie am Dienstag im “Morgenmagazin“ der ARD. “Das ist eine klassische Branche, wo wir erst die Hausaufgaben zu Hause machen müssen.“ Nötig seien zum einen Verbesserungen bei der Ausbildung, sagte die CDU-Politikerin. So reichten die derzeit 12 000 Ausbildungsplätze bei weitem nicht aus. Zum anderen gebe es 15 000 arbeitslose Pflegehelfer. Sie müssten zu Fachkräften weitergebildet werden. “Drittens: Die Attraktivität des Berufes muss steigen.“ So müsse es zum Beispiel Vollzeitarbeitsmöglichkeiten für Frauen geben. Von der Leyen räumte allerdings ein: “Auf die Dauer werden wir sicherlich qualifizierte Zuwanderung auch in dieser Branche brauchen.“

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) trifft sich an diesem Dienstag mit Vertretern der Pflegebranche, der Krankenkassen, der Kommunen und der Länder. Ziel des Gesprächs ist es, Schritte gegen das Fehlen tausender Pflegekräfte zu beraten. Im Deutschlandradio Kultur forderte Rösler ein attraktiveres Berufsbild und eine bessere Bezahlung von Pflegekräften gefordert. Wer hervorragende Fachkräfte haben wolle, müsse auch bereit sein, sie hervorragend zu bezahlen.

dpa

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